Lesemanie

Gedankennahrung für Büchernarren


Ein Kommentar

Eine glücklose Expedition und viele spannende Geschichten

Laila Lalami – The Moor’s Account (liegt noch nicht in Deutsch vor)

1527 entsandte der spanische König eine Expedition in die Neue Welt, nach Florida. Die sogenannte Narváez Expedition, benannt nach dem Mann, der die mehreren Hundert teilnehmenden Soldaten, Priester und Siedler ins Ungewisse führte, war eine Katastrophe. Die Entsandten verloren schnell Kontakt zu ihren Schiffen, verloren einander, starben. Acht Jahre später stieß ein Überlebender der Gruppe, Cabeza de Vaca, im Gebiet des heutigen Kaliforniens gemeinsam mit drei weiteren Überlebenden auf spanische Landsleute. De Vaca verfasste einen Reisebericht  in dem er für König und Hof beschrieb, wie die Narváez Expedition verlaufen war. Auch von den insgesamt vier Überlebenden schreibt er; eine Zeile erläutert „Der vierte [Überlebende] ist Estevanico, ein Araber aus Azamor“.

Diese Zeile hat Laila Lalami für ihren grandiosen historischen Roman The Moor’s Account als Grundlage gewählt. Erzähler ihrer Geschichte ist  nämlich jener Estebanico, geborener Mustafa ibn Abdussalam al-Zamori, der als Sklave nach Kastillien gelangt ist und von seinem Herren, dem spanischen Edelmann Señor Dorantes, mit in die Neue Welt genommen wird. Als die Expedition mehr und mehr im Chaos versinkt und die beiden Männer aufeinander angewiesen sind um zu überleben, lösen sich die Grenzen zwischen dem Sklaven und  seinem Herren zunehmend auf.

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Auf der Suche nach neuen Namen und einem besseren Leben

NoViolet Bulawayo – We Need New Names (Wir brauchen neue Namen)

Die zehnjährige Darling und ihre Freunde wohnen in Paradise, einem Slum in Simbabwe. Die meiste Zeit durchstreifen sie die Umgebung und wenn der Hunger sie übermannt und zu Hause nichts zu essen ist, schleichen sie sich nach Budapest, ein wohlhabendes Viertel. In den gepflegten Vorgärten hängen dort Guaven an den Bäumen. Der elfjährigen Freundin Chipo müssen sie dabei immer ein wenig mehr helfen – sie ist schwanger und ihr wachsender Bauch stört beim Rennen und Klettern. Angaben zum Vater macht Chipo lange Zeit nicht – überhaupt spricht sie monatelang kein Wort.

Abwechslung in den Alltag bringt der monatliche Besuch der Vertreter von Hilfsorganisationen. Sie verteilen dringend benötigte Nahrung an die Erwachsenen und Spielzeug an die Kinder. Die wenigsten von ihnen sprechen die Landessprache und so beschränken sie sich darauf, Fotos zu machen:

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