Lesemanie

Gedankennahrung für Büchernarren


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Familientreffen

Brenda Janowitz – The Dinner Party (Nicht auf Deutsch verfügbar)

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Das Buch kann hier bestellt werden.

Sylvia und Alan Gold haben drei Kinder: Sarah, Gideon und Becca. Eigentlich können sie mit allen dreien zufrieden sein, doch Sylvia ist es nicht. Sarah lebt seit Jahren „still not married“ mit ihrer Jugendliebe Joe zusammen – einem Katholiken aus einer italienischstämmigen Familie, der die Autowerkstatt des Vaters übernommen und keine Uniausbildung genossen hat. Das ist in Sylvias Augen nicht gut genug für Sarah, die eine leitende Position bei einer wichtigen Mode-Zeitschrift innehat.

Gideon hingegen ist der Goldjunge – wie sein Vater Arzt und derzeit mit Ärzte ohne Grenzen in Sri Lanka. Sylvia ist er zu weit weg und außerdem hat er ihre Hoffnung auf eine umwerfende Schwiegertochter noch nicht erfüllt.

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Selbstfindungs-Sommer in Schweden

Audur Jónsdóttir – Wege, die das Leben geht 9783442714872_Cover

Seit Jahren wird Eyjas Leben vom Chaos beherrscht. Da ist die alkoholkranke Mutter mit ihren wechselnden, teils gewaltbereiten, Liebhabern, die Schwester, die mit Drogen experimentiert und da ist vor allem ihr Mann Garri. Garri kämpft mit Depressionen und Sucht, hat weder die traumatische Kindheit verarbeitet noch den Winter, in dem er nach einer schlimmen Lawine Verwandte und Freunde aus dem Schnee ausgegraben hat – Greise, Gleichaltrige und Kinder gleichermaßen. Eyjas Wohnung starrt vor Dreck, sie treibt ziellos umher, driftet von einem prekären Beschäftigungsverhältnis zum nächsten. Sie leidet unter ihrem Übergewicht und traut sich wenig zu im Leben. Eine einzige Sache treibt sie an: Der Traum vom Schreiben.

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Überraschend moderne Gesellschaftskritik

Eduard von Keyserling – Fräulein Rosa Herz

9783717523949_CoverEine Protagonistin mit dem Namen Rosa Herz? „Fräulein Rosa Herz“ als Romantitel? Das kann ja eigentlich nichts werden, denkt man sich. Man erwartet einen romantisch-verklärten Impressionisten-Roman mit schwachen Frauen und charmanten Männern aus gutem Hause. Eduard von Keyserlings Roman bedarf es nicht lang, um diese Vorurteile zu beseitigen, und das obwohl Rosa Herz ein leicht zu beeindruckendes, romantisierendes Mädchen ist und der junge Mann Ambrosius Tellerat tatsächlich äußerst charmant daherkommt. Die von Keyserling für diesen Roman geschaffenen Figuren sind aus gutem Grund deutlich überzeichnet – nutzt der Autor doch ganz gezielt Übertreibungen, um der „guten“ Gesellschaft mit einer gehörigen Portion Sarkasmus gnadenlos die eigene Scheinheiligkeit vor Augen zu führen.

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