Lesemanie

Gedankennahrung für Büchernarren


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Neue Welten in Trümmerhaufen

 Delphine Minoui – Die geheime Bibliothek von Daraya

Daraya, eine Vorstadt von Damaskus, wurde beinahe vier Jahre lang durch das Assad-Regime vom Rest der Welt abgeschnitten. Systematisch wurden die verbliebenen Bewohner ausgehungert und – mit nur kurzen Unterbrechungen – beinahe konstant mit allem bombardiert, was einem so in den Sinn kommen mag. 4.000 Bewohner harrten ganz zum Schluss noch aus in dieser Stadt, bis sie im August 2016 nach zähen Verhandlungen mit russischen und syrischen Militärs evakuiert wurden. Dabei wurden sie vor die Wahl gestellt, ob sie in die Stadt Idlib im Rebellengebiet oder in ein Internierungslager bei Damaskus gebracht werden wollten.

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Goethe als Lebensratgeber

Stefan Bollmann – Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist

Den Werther habe ich gehasst; der Faust hat mir  damals in der Schule sogar ganz gut gefallen. Und doch war mit Goethe an sich irgendwie immer unsympathisch ohne dass ich dieses diffuse Gefühl genauer hätte beschreiben können. Auch hat mich die Tatsache, dass mir der Faust gut gefallen hat nie dazu bewegen können, mir Goethe über die schulische Pflichtlektüre hinaus anzueignen. Seine Gedichte habe ich nicht gelesen, neben Werther und Faust kenne ich aus seinen Werken nichts.

An Stefan Bollmanns Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist habe ich mich trotzdem gewagt. Und ich bin froh, dass dem so ist. Bollmann nähert sich in diesem Buch dem großen Hessen nämlich gänzlich unverklemmt und mit neugierigem Blick. Beleuchtet Goethes Kindheit und die Emanzipation vom dominanten Vater, der will, dass der Sohn in seine Fußstapfen tritt und Notar wird. Diese Emanzipation Goethes ist der springende Punkt. Ein Leben ohne Goethe ist nämlich laut Bollmann nicht deshalb sinnlos, weil einem dann teilweise wunderschöne Literatur entgeht. Vielmehr ist ein Leben ohne Goethes Lebensart sinnlos. Bollmann zelebriert nicht nur Goethe, den Wörterschmied, sondern Goethe, den Individualisten, der einen eigenen Weg geht und sich dabei nicht um gesellschaftliche Konventionen und Erwartungen schert.

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„Jedes Atmen ist mögliches Riechen“

geruch

Paul Divjak – Der Geruch der Welt

Der Autor, Philosoph und Künstler Paul Divjak, der als Duftpoet  schon internationale Museen in stinkende mittelalterliche Kloaken verwandelt hat, oder auch den zarten Duft eines Orangenhains durch die New Yorker Neue Galerie wehen ließ, legt mit seinem Buch Der Geruch der Welt ein Plädoyer zum bewussten Riechen vor.

Seine Thesen rund um bewusstes Riechen untermauert er mit passenden Textpassagen von anderen Philosophen und Kulturtheoretikern, von Dichtern, Schriftstellern und Sängern.

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