Lesemanie

Gedankennahrung für Büchernarren


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Der erste Band der Earthsea-Reihe

Ursula K. Le Guin – A Wizard of Earthsea (Der Magier der Erdsee)

1967, so schreibt Ursula K. Le Guin im Nachwort zu A Wizard of Earthsea, wurde das Fantasy-Genre wenig beachtet. Wenn Erwachsene an Fantasy dachten, dachten sie an Herr der Ringe und vielleicht an die ein oder andere Interpretation der Ritter der Tafelrunde. Und wenn es um Magier ging, so dachten die meisten an Merlin oder Gandalf. „Well“, schreibt Le Guin, „Merlin and Gandalf must have been young once, right? And when they were young, when they were fool kids, how did they learn to be wizards?“

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„Claudius the Idiot“

Robert Graves – I, Claudius (Ich, Claudius, Kaiser und Gott)

2018-05-12 10.06.43.jpgDer römische Kaiser Claudius (10 v. Chr. – 54 n. Chr.) ist bereits 51, als er nach der Ermordung seines Neffen Caligula durch die Prätorianer gegen seinen Willen zum Imperator ausgerufen wird. Bis zu diesem Zeitpunkt hat der unscheinbare Mann beinahe keinerlei öffentliches Amt bekleidet und obwohl er der Herrscherfamilie seiner Zeit angehört, hält sich sein politischer Einfluss bis dahin in engen Grenzen. Zugleich ist er einer von wenigen Männern seiner Generation und seiner Familie, die überhaupt so alt werden; seine Brüder und Cousins sind in den Jahren zuvor einer Reihe von Intrigen zum Opfer gefallen, weil sie verschiedenen anderen Männern (oder ehrgeizigen Müttern) im Weg standen. Nicht so Claudius, der aufgrund diverser körperlicher Beeinträchtigungen und einem ausgeprägten Sprachfehler oft belächelt wird (eine Reihe Historiker hat inzwischen die Vermutung geäußert, Claudius könne an Zerebralparese gelitten haben).

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Ein Allerweltsgesicht & außergewöhnliche Geschichten

Ayelet Gundar-Goshen – Eine Nacht, Markowitz

Jakob Markowitz ist weder schön noch hässlich; sein Allerweltsgesicht ist vollkommen mittelmäßig und nichtssagend, „[so] nichtssagend, dass das Auge kaum darauf verharren konnte, sondern zu anderen Dingen weiterglitt […] Um Jakob Markowitz‘ langweilige Züge eingehender zu erforschen, waren ungeheure Anstrengungen erforderlich.“

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Für die Irgun, die sich zu diesem Zeitpunkt im Untergrund gegen die britische Mandatsmacht in Palästina organisiert, schmuggelt Markowitz Waffen; kein britischer Soldat sieht zweimal hin, wenn der Mann an ihm vorbeigeht. Ansonsten bestellt Markowitz ein kleines Feld in seiner Moschawa; abends füttert er die Tauben hinter seinem Haus. Bis sich – wie so oft in seinem Leben fremdbestimmt – etwas ändert: Um Seev Feinberg, seinem einzigen Freund, zu helfen, verlässt Markowitz mit Feinberg die Moschawa. Gemeinsam mit anderen Mitgliedern der Irgun reisen sie ins nationalsozialistische Europa um dort jüdischen Frauen mit einer Heirat die Flucht nach Palästina zu ermöglichen. Eigentlich, so ist es vereinbart, soll bei Ankunft dann die Scheidung vollzogen werden um den Frauen in jeder Hinsicht Freiheit zu geben. Doch als Jakob Markowitz die für ihn bestimmte Frau sieht, trifft er zum ersten Mal in seinem Leben selbst eine Entscheidung: Dieser Frau wird er die Scheidung nicht gewähren. So sehr Bella auch tobt und fordert, so sehr Seev Feinberg auf den Freund einredet, Markowitz bleibt stur, bezieht das Sofa in seinem Wohnzimmer und ändert seine Meinung auch nicht, als Bellas Wut das Haus von innen völlig auskühlen lässt und sie ihm später ein Kuckuckskind präsentiert.

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