Lesemanie

Gedankennahrung für Büchernarren


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Love and Harmony?

T.C. Boyle – Drop City (Drop City)

Star (eigentlich Paulette Regina Starr) hat sich befreit. Sie hat das enge Leben ihrer Eltern im Staat New York hinter sich gelassen, hat ihre Stelle als Lehrerin aufgegeben, hat den amerikanischen Kontinent einmal von Ost nach West durchquert und hat sich mit ihrem Jugendfreund Ronnie / Pan in Drop City niedergelassen. Diese Kommune in Kalifornien besteht auf einigen Hektar Farmland, das Norm, der das Land von seinen Eltern geerbt hat, allen zur Verfügung stellt. Norm selbst wird von den anderen als erleuchtete Führungsfigur wahrgenommen – eine Rolle, der er sich zumeist erfolglos zu entziehen sucht. Die Bewohner der Kommune wollen hier ein harmonisches Leben als erleuchtete Selbstversorger führen.

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Von einem glücklichen Prinzen und einer verliebten Schwalbe

Dass Oscar Wilde nicht nur gesellschafskritische, vor Satire strotzende, Theaterstücke und Geschichten geschrieben hat, war mir bis heute gar nicht klar. Und dann stolperte ich über eine Version seines Märchens „The happy prince“ („Der glückliche Prinz“), gelesen von Stephen Fry. Diese Geschichte, die ganz wunderbar in die Vorweihnachtszeit passt, dreht sich um zwei Protagonisten: eine Schwalbe und die Statue des glücklichen Prinzen.

Die Schwalbe, die sich im Sommer in ein Schilfrohr verliebt habt, verbleibt im nördlichen Europa, während sich die anderen Schwalben vor Wintereinbruch auf den Weg in den Süden machen. Wochenlang wirbt die Schwalbe um das Schilfrohr indem sie es kreisend umfliegt und die Füße ins Wasser taucht. Jedes Mal, wenn sich das Schilfrohr biegt, freut sich die Schwalbe, doch als das Wetter schlechter wird und die Schwalbe den Eindruck hat, dass das Schilfrohr dem Wind Avancen macht, beschließt sie, sich auch auf den Weg nach Süden zu machen.

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Chaplin und Churchill

[Hörbuch] Michael Köhlmeier – Zwei Herren am Strand

Der schwarze Hund fällt Winston Churchill und Charlie Chaplin seit ihrer Kindheit in regelmäßigen Abständen an. Der schwarze Hund – so nennt Churchill seine Depressionen und das Verlangen, sich das Leben zu nehmen. Dass er in Charlie Chaplin einen Seelenverwandten hat, finden beide Männer durch Zufall auf einer Party in Beverly Hills heraus. Chaplin ist zu diesem Zeitpunkt in einen bitteren Scheidungskrieg verwickelt; seine bald-Ex-Frau streut Gerüchte über Chaplins angebliche Affären mit Minderjährigen, Wutausbrüche und mehr. Im schützenden Dunkel der herabfallenden Nacht beginnen beide Männer, ohne sich einander vorzustellen, ein Gespräch auf der Terasse, abseits vom Trubel der Party und machen sich schließlich auf zu einem gemeinsamen Spaziergang am Strand. Spazierend erzählen sie einander vom ersten Mal als der schwarze Hund sie im Kindesalter angefallen hat und davon, wie sie damit umgehen.Sie sprechen nicht nur darüber, welche Tricks sie sich einfallen lassen um den schwarzen Hund zum Schweigen zu bringen, sondern diskutieren auch in aller Ernsthaftigkeit unterschiedliche Suizid-Methoden.

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