Lesemanie

Gedankennahrung für Büchernarren


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Zerstörtes Idyll

Celeste Ng – Little Fires Everywhere (Kleine Feuer überall)

Shaker Heights ist ein wohlhabender und idyllischer Vorort von Cleveland. Diese Idylle ist akribisch geplant und wird rigoros bewahrt: Die Straßenführung harmonisiert mit den geschwungenen Linien der Vorgärten, Hausbesitzer dürfen aus einer streng festgelegten Farbpalette auswählen, wenn sie ihre Häuser streichen wollen. Die Schulen sind sehr gut, die Kinder aus Shaker Heights sind „Tomorrow’s Leaders“, sie verlassen den Vorort um an den besten Universitäten des Landes zu studieren. Viele kehren später zurück, um ihre eigenen Kinder in Shaker Heights großzuziehen.

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Einsam unter Vögeln

Yoko Ogawa – Der Herr der kleinen Vögel

Um zwei Brüder geht es in diesem Roman. Der ältere von ihnen beginnt mit 11 Jahren, in einer eigenen Sprache zu reden. Die Eltern sind ratlos; bis auf den jüngeren Bruder des Jungen versteht ihn nun niemand mehr, doch das kümmert ihn nicht. Seinem Bruder erklärt er, es handele sich um die Sprache der Vögel und er nimmt ihn mit zu einer Voliere voller Vögel, die auf dem Gelände eines ehemaligen Waisenhauses – das später zum  Kindergarten umfunktioniert wird- steht.

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Mütter, Töchter und immer wieder böse Männer

Lenka Hornáková-Civade – Das weiße Feld

1938 zieht Marie mit ihrer Tochter Magdalena aus Wien in ein gottverlassenes mährisches Dorf. Der Geliebte Maries, ein anerkannter Frauenarzt in Wien, hat die Stadt aufgrund des zunehmenden Antisemitismus überstürzt mit seiner Frau  verlassen. Marie und ihrer Tochter bleibt ein dünner Umschlag mit genug Geld, um sie einige Wochen über Wasser zu halten. Marie verdingt sich fortan als Hebamme des Dorfes. Gequengel der  jungen Tochter, die zurück in die Stadt will, wischt sie energisch beiseite.

Einige Jahre später verdingt Magdalena sich als Dienstmädchen auf einem Gutshof in der Nähe. Den Avancen des Stallburschen Jan, der seine Abende auf Treffen der aufstrebenden Kommunisten verbringt, erwehrt sie sich. Doch als Josef, der Sohn des Gutsherren, aus Wien zu Besuch kommt, wähnt sie sich auf den ersten Blick in dessen blaue Augen verliebt. Nach einem Stelldichein im Stall reist Josef ab, Magdalena bleibt nach der kurzen Begegnung schwanger zurück. Wie ihre Mutter wird auch sie ein uneheliches Kind in die Welt bringen, auch sie wird eine Tochter gebären – Libuce.

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