Lesemanie

Gedankennahrung für Büchernarren


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Selbstfindungs-Sommer in Schweden

Audur Jónsdóttir – Wege, die das Leben geht 9783442714872_Cover

Seit Jahren wird Eyjas Leben vom Chaos beherrscht. Da ist die alkoholkranke Mutter mit ihren wechselnden, teils gewaltbereiten, Liebhabern, die Schwester, die mit Drogen experimentiert und da ist vor allem ihr Mann Garri. Garri kämpft mit Depressionen und Sucht, hat weder die traumatische Kindheit verarbeitet noch den Winter, in dem er nach einer schlimmen Lawine Verwandte und Freunde aus dem Schnee ausgegraben hat – Greise, Gleichaltrige und Kinder gleichermaßen. Eyjas Wohnung starrt vor Dreck, sie treibt ziellos umher, driftet von einem prekären Beschäftigungsverhältnis zum nächsten. Sie leidet unter ihrem Übergewicht und traut sich wenig zu im Leben. Eine einzige Sache treibt sie an: Der Traum vom Schreiben.

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Überraschend moderne Gesellschaftskritik

Eduard von Keyserling – Fräulein Rosa Herz

9783717523949_CoverEine Protagonistin mit dem Namen Rosa Herz? „Fräulein Rosa Herz“ als Romantitel? Das kann ja eigentlich nichts werden, denkt man sich. Man erwartet einen romantisch-verklärten Impressionisten-Roman mit schwachen Frauen und charmanten Männern aus gutem Hause. Eduard von Keyserlings Roman bedarf es nicht lang, um diese Vorurteile zu beseitigen, und das obwohl Rosa Herz ein leicht zu beeindruckendes, romantisierendes Mädchen ist und der junge Mann Ambrosius Tellerat tatsächlich äußerst charmant daherkommt. Die von Keyserling für diesen Roman geschaffenen Figuren sind aus gutem Grund deutlich überzeichnet – nutzt der Autor doch ganz gezielt Übertreibungen, um der „guten“ Gesellschaft mit einer gehörigen Portion Sarkasmus gnadenlos die eigene Scheinheiligkeit vor Augen zu führen.

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Geburtstagskind – Daphne du Maurier (13. Mai 1907 – 19. April 1989)

„Last night I dreamt I went to Manderley again . . . I came upon it suddenly; the approach masked by the unnatural growth of a vast shrub that spread in all directions . . . There was Manderley, our Manderley, secretive and silent as it had always been, the gray stone shining in the moonlight of my dream, the mullioned windows reflecting the green lawns and terrace. Time could not wreck the perfect symmetry of those walls, nor the site itself, a jewel in the hollow of a hand.“ (D. du Maurier, „Rebecca“)

Young_Daphne_du_MaurierDaphne du Maurier erblickt am 13. Mai 1907 als zweite von drei Töchtern das Licht der Welt. Ihr Vater, Gerald du Maurier, ist ein berühmter Schauspieler, der sich auch als Theaterintendant einen Namen macht. Ihr Großvater George, den Daphne nicht mehr kennenlernt, ist als Autor und Karrikaturist bekannt geworden. Du Maurier wächst in einem wohlhabenden Künstlerhaushalt auf; sie verbringt ihr Jugend segelnd, den europäischen Kontinent bereisend und schreibend.

Früh veröfffentlicht du Maurier ihre ersten Kurzgeschichten und Romane. 1936 erscheint Jamaica Inn. Der Roman erzählt die Geschichte der 23-jährigen Mary Yellan, die 1820 nach dem Tod ihrer Eltern zu ihrer Tante und deren Mann zieht. Die beiden betreiben das Jamaica Inn, in dem komische Dinge passieren. Das Gasthaus ist nie geöffnet und beherbergt keine Gäste…

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