Lesemanie

Gedankennahrung für Büchernarren


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Brückenbauer in stürmischen Zeiten

Seit 2017 gilt der 30. September, an dem traditionell dem Bibelübersetzer Hieronymus gedacht wurde, als „Internationaler Übersetzertag“, oder, wie es in der dazugehörigen UN Resolution 71/288 heißt, „International Translation Day“. Die Vereinten Nationen haben ihren Beschluss, Übersetzern einen eigenen Tag zu widmen letztes Jahr u. a. damit begründet, dass Übersetzern eine so wesentliche Rolle dabei zukommt, Dialog über Grenzen hinweg zu ermöglichen und so Nationen zusammenzubringen und zu Entwicklung und Frieden beizutragen.

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„I am Music.“

Mitch Albom – The Magic Strings of Frankie Presto (Die magischen Saiten des Frankie Presto)

Die Geschichte des Frankie Presto beginnt mit der Beerdigung des Protagonisten und der Ankuft der Trauergäste in der Kirche. Ebenfalls zu Beginn stellt sich die Erzählerin vor, die zur Beerdigung erschienen ist, um zurückzunehmen, was ihr gehört. Bei dieser Erzählerin handelt es sich um die Musik. Prämisse ist, dass die unterschiedlichen Talente Neugeborene umgeben und von ihnen ergriffen werden:

„I will share a secret: This is how talents are bestowed. Before newborns open their eyes, we circle them, appearing as brilliant colors, and when they clench their tiny hands for the first time, they are actually grabbing the colors they find most appealing. Those talents are with them for life.“

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Eine unglückliche Liebe

Irène Némirovsky – Das Mißverständnis

„Yves Harteloup war 1890 geboren worden, mitten in der Umbruchszeit zwischen zwei Jahrhunderten, hinein ins Fin de siècle einer gesegneten Epoche, in der es in Paris noch immer Männer gab, die nichts taten, in der man mit Eifer niederträchtig und voller Hochmut boshaft sein konnte, in der das Leben für die Mehrzahl der Menschen beschränkt und friedlich war wie ein Bach, dessen Quelle und weiteren Verlauf bis hin zur Mündung man immer ungefähr voraussehen konnte.“

Nach dem Ersten Weltkrieg ist für Yves nichts mehr, wie es war. Das Familienvermögen ist dahin, sodass sich der Sohn reicher Eltern gezwungen sieht, einem Broterwerb nachzugehen und sparsam zu leben. Um ein neues Vermögen aufzubauen, fehlen ihm sowohl der Biss als auch die nötigen Instinkte. Aber auch menschlich hat Yves eine Wandlung durchlaufen – als er von den Schlachtfeldern zurückkehrt, ist er müde und diese Müdigkeit lässt sich auch in kommenden Jahren nicht abschütteln. Yves hat „alle menschlichen Schrecken […], alles Elend, alle Ängste“ gesehen, sein Angestellendasein widert ihn an und er spart das ganze Jahr auf den Sommer hin. Dann gönnt er sich einige Wochen Urlaub an der Küste, im selben Ort, in dem er als Kind sorgenfreie Sommer verlebt hat.

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