Lesemanie

Gedankennahrung für Büchernarren


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Wenn alle lügen aber keine Spannung aufkommt…

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Maria Lang – Nicht nur der Mörder lügt

Schweden im Sommer. Mitten im Wald ein See, im See eine Insel mit einem gemütlichen Holzhaus und einem gut gefüllten Vorratskeller. Eine bunt gewürfelte Gruppe junger Leute, die die letzten Sommertage in vollen Tagen genießen wollen: Puck – Professorentochter und Literaturstudentin, Einar – Historiker, der gerade unter einem Pseudonym einen erfolgreichen Kriminalroman veröffentlicht hat, Rutger – frisch promovierter Literaturwissenschaftler dessen Familie die Insel und das Haus gehören und seine sensible Frau Ann-Sofi, sowie Carl Hermann – ein bekannter Dichter.

Puck, die Erzählerin der Geschichte, freut sich auf angenehme Tage im und am Wasser und hofft auf eine Gelegenheit, dem ruhigen Einar näher zu kommen, dem sie bei Rutgers Promotionsfeier auf den ersten Blick verfallen ist. Die vermeintliche Idylle erfährt jedoch erste Risse als unangemeldet noch weitere Gäste auftauchen: Lil Arosander, die extravagante Tochter eines schwedischen Filmproduzenten mit einem Adonis aus dem väterlichen Filmimperium an ihrer Seite verdirbt dem Dichter Carl Hermann die Stimmung. Als dann auch noch Marianne, eine überirdisch schöne Bildhauerin und Rutgers ehemalige Verlobte mit einer Freundin die Insel betritt, breitet sich eine unterkühlte Stimmung aus.

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Die Liebesleiden der Ester Nilsson

253da-9783630874692_coverLena Andersson – Widerrechtliche Inbesitznahme

Ester Nilsson ist Dichterin und Essayistin. Sie ist eine Person, die sich selbst und andere sehr ernst nimmt und die, mit Anfang 30 absolute Kontrolle über ihr Leben hat. Seit Jahren lebt sie in einer vernünftigen und ausgeglichenen Beziehung „mit einem Mann, der sie in Ruhe ließ und ihre physischen und mentalen Bedürfnisse befriedigte.“ Sie verachtet belangloses Geplauder und vermeidet Situationen die sie an dem hindern könnten, das ihr wichtig ist: „lesen, denken, schreiben und Gespräche führen.“ Und dann kommt ein Anruf.

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Vater und Sohn

Thomas Bannerhed – Die Raben c1587-9783442753925_cover

Klas liebt Vögel. Stundenlang kann er sich mit ihnen befassen, sei es lesend, durch sein Fernglas schauend, oder einfach nur lauschend und im Moor stehend. Das Moor ist seine Heimat: in den 1970er Jahren wächst Klas in Småland auf, auf dem Hof seines Vaters, der schon vom Groß- und vom Urgroßvater beackert wurde. Dass Klas sehr gute Noten in der Schule erzielt, ist dem Vater nicht wichtig. Dass der Junge sich scheinbar konstant bewusst vor harter körperlicher Arbeit drückt, um Schulaufgaben zu machen oder irgendwelche Vögel zu beobachten, ist dem Vater ein Dorn im Auge. Und dabei, so findet Klas auf seinen Streifzügen durch den Wald und in Gesprächen in der Bibliothek heraus, muss sein Vater ihm in vielerlei Hinsicht einmal ganz ähnlich gewesen sein: der Klassenbeste im Kopfrechnen und ein Träumer und Streuner, der auf einer einsamen, kaum zugänglichen Lichtung seine Initialen hinterlassen hat. Doch diese Zeiten sind lange vorbei.

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