Lesemanie

Gedankennahrung für Büchernarren


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Monsieur Ktö, der Magier

Driss Chraïbi – Die Zivilisation, Mutter! f850b-die_zivilisation__mutter_-9783293204638_xxl

Die marokkanische Mutter, um die es in diesem Roman geht, ist mit dreizehn verheiratet worden und hat seitdem das Haus ihres Mannes nicht mehr verlassen. Nahrungsmittel und was sonst für den Alltag benötigt wird, lässt der Mann – ein erfolgreicher Geschäftsmann – liefern. Wenn die Söhne aus der Schule kommen, besteht die Mutter darauf, dass sie ihr westliche Kleidung ausziehen und gegen traditionelle Gewänder eintauschen. Die stellt sie selbst her – ohne modernes Werkzeug, sondern mithilfe von vier Zimmermannsnägeln die sie mit einem Schuh in die Wand schlägt: „Vier Nägel in der Wand und ihre Finger, das war ihr Webstuhl.“

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„Wie ein gescheiterter Schüler“

Leïla Abouzeïd – Eine Verstoßene geht ihren Weg

Zahra ist Mitte Vierzig, als ihr Ehemann ihr eröffnet: „Ich werde dir deine Papiere zukommen lassen, mit dem, was das Gesetz vorsieht.“ Er verstößt sie also, nach mehr als zwanzig Ehejahren, was sie zwingt, ein komfortables Leben hinter sich zu lassen und –alleinstehend und kinderlos – in das Dorf zurückzukehren in dem sie aufgewachsen ist. Hier, im Haus ihrer inzwischen verstorbenen Eltern, gibt es noch ein Zimmer, das ihr gehört. Sie kündigt der Mieterin und zieht nun selbst dort ein. Sie hat Angst und ist ratlos – was soll sie nun tun? Wie kann sie über die Runden kommen? Sie stellt sich einer bitteren Erkenntnis: „Ich bin wie ein gescheiterter Schüler, der nach langen Jahren des Lernens schmählich von der Schule verwiesen wird.“ Weiterlesen