Lesemanie

Gedankennahrung für Büchernarren


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Midlife-Crisis eines Sonderlings

Alessandro Baricco – Mr. Gwyn

mrgwynJasper Gwyn ist Anfang 40 und ein berühmter Londoner Schriftsteller. Doch dann überkommt ihn eines Tages auf einmal ein Gedanke: er will gar kein Schriftsteller mehr sein. Vor allem will er nicht mehr an dem Rummel des Literaturbetriebes teilnehmen. Tom Bruce Shepperd, sein Agent und enger Freund, hält die Idee zunächst für einen Scherz; die Tatsache, dass Jasper Gwyn seinen Entschluss nichts mehr zu schreiben bereits öffentlich gemacht hat, erscheint ihm wie ein cleverer Werbecoup. Mit der Zeit muss er allerdings einsehen, dass es sich keinesfalls um einen Scherz handelt: Jasper Gwyn schreibt keine Bücher mehr. Da er das Schreiben jedoch nicht komplett aufgeben kann, sucht er nach einer neuen Beschäftigung und findet sie: als Kopist will er zukünftig geschriebene Portraits von Leuten anfertigen.

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Auf Weltreise durch legendäre Länder und Städte

Umberto Eco – Die Geschichte der legendären Länder und Städte eco

Die Stadt im Meer (E. A. Poe, 1845)
Weh! Wunderliche, einsame Stadt.
Drin Tod seinen Thron errichtet hat,
Tief unter des Westens düsterer Glut,
Wo Sünde bei Güte, wo Schlecht bei Gut
In letzter ewiger Ruhe ruht.
An Schlössern, Altären und Türmen hat
(Zerfressnen Türmen, die nicht beben!)
Nichts Gleiches eine unsrige Stadt.
Von Winden vergessen, die wehen und heben,
Stehn unterm Himmel die Wasser ringsum,
Schwermütige Wasser, ergeben und stumm.
[…]

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Traurig-schön

Massimo Gramellini – Träum was Schönes
Ganz so federleicht wie der Klappentext verspricht, ist dieses Buch zwar nicht, doch es lässt einen nicht los und kann kaum zur Seite gelegt werden. Massimo Gramellini erinnert sich in diesem Roman an seine Kindheit. Mit neun Jahren wird er zur Halbwaise als seine Mutter in der Silvesternacht plötzlich und unerwartet stirbt. In seinem Kinderzimmer riecht er noch ihr Parfum und am Fußende des Bettes entdeckt er ihren Morgenmantel. Augenblicke vor ihrem Tod hat die Mutter ihren Sohn noch einmal zugedeckt und ihm zugeraunt, „Träum was Schönes, mein Kleiner“.

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