Lesemanie

Gedankennahrung für Büchernarren


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Das Ende einer Kindheit

Aharon Appelfeld – Meine Eltern

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Ihre Sommer verbringen die Eltern des zehnjährigen Erwin gerne mit ihrem Sohn auf dem Land, am Ufer des Flusses Prut. Hier versammeln sich während der Ferien eine Reihe anderer Sommerfrischler; die meisten von ihnen säkularisierte Juden. Erwin verbringt viel Zeit damit, die unterschiedlichen Charaktere zu beobachten. Da ist der einbeinige Alte, der meistens miesepetrig vor sich hinsieht und den anderen ihre Unbekümmertheit und Oberflächlichkeit vorwirft. Oder die kapriziöse P., die zu viel trinkt und auf Männerschau ist. Der Arzt, Dr. Zajger, der sich unermüdlich um die Armen kümmert und für seine Patienten nicht nur viel Schlaf opfert. Oder der Schriftsteller Karl König, der verzweifelt versucht, weitere Kapitel seines Buches zu seiner Zufriedenheit fertigzustellen. Sie alle beobachtet der junge Erwin in diesem Sommer des Jahres 1938 ganz genau. Das gilt auch für seine Eltern, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Die sanfte Mutter hat sich aus ihrer Kindheit in einem streng religiösen Elternhaus einen einfachen Glauben und unerschütterliches Gottvertrauen bewahrt. Der Vater wiederum ist Realist, Zyniker und erklärt täglich, dass die nächste Sommerfrische woanders verbracht werden soll, wo der Sohn auf kultiviertere Menschen trifft.

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Israelisches Familienepos

Sarit Yishai-Levi – Die Schönheitskönigin von Jerusalem

Luna Ermoza ist die schönste Frau Jerusalems. Ihre roten Locken und grünen Augen verdrehen den Männern den Kopf und sie genießt ihr Leben in vollen Zügen. Jerusalem ist noch von den Briten besetzt; es sind die frühen 1940er Jahre. In der Stadt formiert sich zunehmend Widerstand gegen die verhassten Besatzer; Sprengsätze explodieren und Lunas Schwester Rachelika meldet sich freiwillig als Ersthelferin.

Sarit Yishai-Levis israelisches Familienepos setzt Jahre später ein und verfolgt die Familiengeschichte noch eine ganze Generation weiter zurück. Lunas Tochter Gabriela möchte nämlich mehr erfahren über ihre Mutter, ihre Familie und den angeblich existierenden Fluch, aufgrund dessen die Frauen ihrer Familie nie glücklich  verheiratet sind, weil ihre Männder sie nicht lieben. Ihre Großmutter Rosa zumindest ist überzeugt davon, dass dieser Fluch ihr und ihren weiblichen Nachkommen das Leben schwer macht.

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appelfeld

Für Fabelhafte Bücher habe ich letzte Woche mal wieder eine Gastrezension verfassen dürfen: Aharon Appelfelds Ein Mädchen nicht von dieser Welt.

Aus dem Klappentext: „Zwei jüdische Jungen werden von ihren Müttern im Wald versteckt, um sie vor der Verfolgung zu schützen. Ganz allein müssen sie lernen zu überleben. Ihnen hilft nur die Natur – und ein kleines Mädchen, das ebenfalls in großer Gefahr ist. Aharon Appelfeld hat selbst als Kind am Ende des Zweiten Weltkriegs in den ukrainischen Wäldern überlebt. Ein außergewöhnlicher Roman über Vertrauen, Mut und Freundschaft.“

Dieses Buch ist tatsächlich -nicht nur aufgrund des wunderschönen Einbands – fabelhaft.

Meine Gastrezension findet ihr hier.