Lesemanie

Gedankennahrung für Büchernarren


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Ein Haus voller Frauen

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Kristín Marja Baldursdóttir – Möwengelächter

Nachdem ich von der Eismalerin und den Farben der Insel so begeistert war, konnte ich nicht widerstehen, als mir vor einigen Wochen dieses Buch von derselben Schriftstellerin in die Hände fiel, und ich wurde nicht enttäuscht.

Island, kurz nach Ende des zweiten Weltkriegs: Die elfjährige Agga wohnt bei ihren Großeltern nachdem beide Eltern von Tuberkulose dahingerafft worden sind. Der Großvater ist meistens auf See, doch das Haus ist trotzdem voll: Aggas Tanten Dódó und Ninna wohnen ebenfalls dort, und in der Kellerwohnung lebt Kidda, die Schwester von Aggas Großvater, die mit ihrem Bruder seit Jahren kein Wort mehr gewechselt hat, doch mit ihrer Schwägerin eng befreundet ist. Jede der Frauen hat ihren Platz und ihre Aufgabe, und wenn es nach der frechen Agga ginge, könnte auch alles einfach weiter seinen Gang gehen. Allerdings kehrt bereits zu Beginn des Buches Freyja zurück, die Tochter von Großmutters bester, inzwischen verstorbener Freundin.

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Karitas findet sich selbst

Kristín Marja Baldursdóttir: Die Farben der Insel

die-farben-der-insel-072075801In der Forsetzung zu ihrem Erfolg Die Eismalerin, setzt Baldursdóttir einige Jahre nach Ende des ersten Buches ein. Karitas lebt zurückgezogen in einem kleinen isländischen Dorf. Sie arbeitet als Kunstlehrerin an der Dorfschule womit sie dank ihres bescheidenen Lebensstils über die Runden kommt. Doch ihre düstere Kunst, die mehr und mehr die Situation der isländischen Frauen thematisiert, verstört die Dorfbewohner. Endlich findet Karitas die Kraft, sich wieder auf den Weg zu machen – nach Paris. Hier entfaltet sich ihr Talent vollkommen. Sie findet Anschluss, stellt ihre Werke aus, und erfährt Anerkennung als Künstlerin.

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Gefangen in Konventionen

Kristín Marja Baldursdóttir: Die Eismalerin

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, so um 1915 herum, beschließt eine Witwe in Island, dass allen ihrer sechs Kinder, selbst den Mädchen, Bildung zuteil werden soll. Während die anderen Fjordbewohner davon überzeugt sind, dass die arme Frau verrückt geworden ist, umsegelt sie Island, um ihre Familie in einer Stadt mit höheren Schulen vor Ort anzusiedeln. Karitas, die jüngste Tochter, wird am längsten schuften müssen, damit ihre Brüder und die beiden älteren Schwestern zur Schule gehen können. Sie wird als letzte an die Reihe kommen, allerdings hat sie auch ein besonderes Talent: die Kunst. Durch glückliche Fügung wird sie die Möglichkeit bekommen, an der königlichen Kunstakademie in Kopenhagen zu studieren. Doch als sie nach vollendetem Studium zurück nach Island kommt, den Kopf voller Ideen und Träume, wird sie schnell auf den Boden der Realität zurückgeholt, als sie den umwerfenden Sigmar trifft und plötzlich mit Kind dasteht. Wie soll sie malen, wenn sie doch ein Kind im Arm halten muss, und zugleich ihren Mann versorgen soll?

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