Lesemanie

Gedankennahrung für Büchernarren


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Brillanter Arzt, gefürchteter Duellant, Frau

Patricia Duncker – James Miranda Barry (James Miranda Barry)

2018-03-11 08.30.29.jpgDr. James Barry war ein britischer Militärarzt, der zwischen 1813 und 1859 in der Armee des Empire diente. Mit regelmäßigen Wutausbrüchen und seiner schroffen Art brachte er viele seiner Zeitgenossen gegen sich auf und er stand im Ruf, ein sehr guter (und erfahrener) Duellant zu sein. Vor allem aber war Barry als Mediziner seiner Zeit weit voraus und er machte sich als medizinischer Reformer (u.a. als großer Verfechter von strengen Hygienevorschriften) einen Namen. So brachte er es bis zum Generalinspektor der britischen Krankenhäuser – einem der höchsten Militärposten. Als Barry 1865 starb, wurde er vollends zu Berühmtheit, weil nach seinem Tod festgestellt wurde, dass es sich bei dem streitbaren Mediziner um eine Frau handelte.

„After she was dead I was told she was a woman. I should say she was the most hardened creature I ever met throughout the army.“ Florence Nightingale

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Ein Zauberlehrling bei der Londoner Polizei

Ben Aaronovitch – Rivers of London (Die Flüsse von London)londonrivers

Constable Peter Grant hat seine Grundausbildung bei der Londoner Polizei beinahe abgeschlossen. Seiner engen Freundin Lesley, die deutlich konzentrierter und zielstrebiger arbeitet als der leicht zerstreute und oft abgelenkte Peter, stehen viele Türen offen, doch bei Peter sieht die Sache etwas anders aus: Sein Vorgesetzter hat ihm einen reinen Bürojob in Aussicht gestellt. Eines Abends wird der junge Constable an einem Tatort von einem Zeugen angesprochen. Dieser Zeuge ist kein gewöhnlicher Zeuge; es handelt sich um einen Geist.

Das bringt eine Sonderabteilung der Londoner Polizei auf den Plan, bestehend aus genau einer Person – Detective Chief Inspector Thomas Nightingale. Der Bürojob ist vom Tisch; Peter wird dem geheimnisvollen Nightingale als Lehrling zugewiesen und erfährt, dass dieser ein über hundertjähriger Magier in Diensten der Krone ist und dass es in London von übersinnlichen Wesen wie Vampiren, Nymphen und Flussgöttern nur so wimmelt. Außerdem wird ihm klar, dass es kein Zuckerschlecken ist, das Zaubern zu erlernen. Er trifft die beiden rivalisierenden Flussgötter Mutter und Vater Themse, die versuchen, ihre jeweiligen Gebiete zu vergrößern und gewöhnt sich an das Leben mit Nightingale und Molly, dem untoten Dienstmädchen.

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„Sede Vacante“

Robert Harris – Conclave (Konklave)

Der Papst ist tot. Als Kardinaldekan Lomeli gegen 2 Uhr morgens in die päpstlichen Räume gerufen wird hofft er, den Heiligen Vater noch ein letztes Mal lebend zu sehen. Doch nicht nur ist der Papst bereits verstorben – Lomeli ist auch einer der letzten, der gerufen wurde. Das macht ihn stutzig – er ist Vorsitzender des Kardinalkollegiums und hat viele vertraute Stunden mit dem Papst verbracht. Unter den fast zwei Dutzend Anwesenden finden sich drei weitere Kardinäle: der Kanadier Joseph Tremblay, Aldo Bellini und Joshua Adeyemi.

Tremblay weiß sich äußerst geschickt vor Kameras in Szene zu setzen („He looked like a retired athlete who had made the successful transition to television sports presenter“) und die Medien wittern in ihm schnell den ersten nordamerikanischen Papst. Bellini ist bis zum Tod des Papstes Kardinalstaatssekretär gewesen; er ist bewandert in allen vatikanischen Angelegenheiten, ist bei den meisten Kardinälen sehr beliebt und galt als ein Favorit des alten Papstes. Lomeli ist sich in diesen Stunden sicher, dass Bellini der neue Papst sein wird. Der Nigerianer Adeyemi, Vorsitzender des obersten Buß- und Gnadenamtes der katholischen Kirche und Beichtvater des Papstes, verliert auch hier nicht seine salbungsvolle Art und selbst unter Ausschluss der Öffentlichkeit inszeniert er sich als ein wahrer „Prince of the Church“.

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