Lesemanie

Gedankennahrung für Büchernarren


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Von Geistern und Symphonien

Irène Némirovsky – Pariser Symphonie 9783717524120_Cover

Wer einmal im Schicksal der Familie Hardelot versunken ist, oder sich der süßen Einsamkeit hingegeben hat, der weiß, dass Irène Némirovsky tolle Romane schreibt: Man versinkt spielend leicht in ihnen und kann das Gelesene lange Zeit nicht abschütteln. Wer Pariser Symphonie gelesen hat, eine Geschichtensammlung der Autorin, die nun erstmals in deutscher Sprache vorliegt, der weiß, dass Irène Némirovsky tatsächlich auch fabelhafte Kurzgeschichten schaffen konnte. Dass es sich um eine experementierfreudige und vielseitige Schriftstellerin handelte, der wenige Seiten genügten, um einen bleibenderen Eindruck zu hinterlassen als es mancher Schriftstellermit einem großen Roman zu tun vermag.

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Ein zauberhafter Hut

imageAntoine Laurain – Der Hut des Präsidenten

Im letzten Winter stand im Cicero zu lesen, „Hüte passen in unsere Zeit ungefähr so gut wie Knickerbocker“ und „Vorbei ist vorbei“ – der Mensch von heute trägt keinen Hut mehr, es sei denn, er möchte albern aussehen (In voller Länge kann der Artikel hier eingesehen werden). Ob das so ist, entscheidet am besten jeder für sich selbst. Francois Mitterand, französischer Staatspräsident zwischen 1981 und 1995, trug selbst öfter Hut, und dieser Hut spielt eine wichtige Rolle in Antoine Laurains neuem Roman.

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„C’est tout ma vie“

31493-9783421047083_coverDavid Foenkinos – Charlotte

Charlotte Salomon ist ein stilles Kind. Das mag sehr wahrscheinlich an dem tragischen Tod der Mutter liegen, die sich, genau wie die Schwester zuvor, das Leben nimmt als ihre Tochter noch sehr jung ist. Niemand möchte der kleinen Charlotte sagen, dass die Mutter sich willentlich aus dem Fenster gestürzt hat; man hofft, ihr dadruch das Schlimmste zu ersparen. Charlotte, die mit der Mutter zuvor wieder und wieder das Grab der Tante besichtigt hat, und der die Mutter immer vom Todsein vorgeschwärmt hat, ist zunächst auch gar nicht traurig. Sie ist überzeugt davon, dass die Mutter an einem wunderschönen Ort ist und dass sie – so hat sie es dem kleinen Mädchen wiederholt versprochen bevor sie den Sprung tatsächlich gewagt hat – Charlotte eine Postkarte schreiben wird um ihr zu erzählen, wie es so ist, im Himmel.