Lesemanie

Gedankennahrung für Büchernarren


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Mütter, Töchter und immer wieder böse Männer

Lenka Hornáková-Civade – Das weiße Feld

1938 zieht Marie mit ihrer Tochter Magdalena aus Wien in ein gottverlassenes mährisches Dorf. Der Geliebte Maries, ein anerkannter Frauenarzt in Wien, hat die Stadt aufgrund des zunehmenden Antisemitismus überstürzt mit seiner Frau  verlassen. Marie und ihrer Tochter bleibt ein dünner Umschlag mit genug Geld, um sie einige Wochen über Wasser zu halten. Marie verdingt sich fortan als Hebamme des Dorfes. Gequengel der  jungen Tochter, die zurück in die Stadt will, wischt sie energisch beiseite.

Einige Jahre später verdingt Magdalena sich als Dienstmädchen auf einem Gutshof in der Nähe. Den Avancen des Stallburschen Jan, der seine Abende auf Treffen der aufstrebenden Kommunisten verbringt, erwehrt sie sich. Doch als Josef, der Sohn des Gutsherren, aus Wien zu Besuch kommt, wähnt sie sich auf den ersten Blick in dessen blaue Augen verliebt. Nach einem Stelldichein im Stall reist Josef ab, Magdalena bleibt nach der kurzen Begegnung schwanger zurück. Wie ihre Mutter wird auch sie ein uneheliches Kind in die Welt bringen, auch sie wird eine Tochter gebären – Libuce.

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Weg von Amazon

Viele Bücher-Blogs und Bücherseiten geben ihren Leserinnen und Lesern die Möglichkeit, besprochene Werke mit einem Klick zu bestellen. So kann jeder, der ein interessantes Buch entdeckt hat, dieses ohne große Umwege anschaffen. In den allermeisten Fällen führen diese Links auf Amazon, in vielen Fällen auch auf Thalia (Bei Spiegel Online kann man beispielsweise auswählen, ob eine Bestellung bei Thalia oder Amazon gewünscht ist).

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Das Bild enstand vor einigen Jahren im „Open Door Bookshop“ in Rom.

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Ritter und Prinzen, Feen und böse Zauberer

[Hörbuch] Tausend und Ein Tag. Morgenländische Erzählungen.

1704 erschien quasi der erste europäische Bestseller: Les mille et une nuit. Zu Deutsch: Tausend und Eine Nacht. Die Erzählungen wurden zwischen 1704 und 1717 von dem Franzosen Antoine Galland übersetzt und veröffentlicht und begründeten den Orientalismus in Europa. Diese Geschichten basieren auf Texten, die im neunten Jahrhundert im Auftrag des Kalifen al-Mamun zusammengetragen worden waren. Die Texte stammten aud den verschiedensten Kulturkreisen und wurden durch al-Mamuns Gelehrte bearbeitet, mit arabischen Namen und Bezeichnungen bestückt; islamisch-orthodoxe Gepflogenheiten wurden eingepflegt. In der Geschichtensammlung fanden sich  Fabeln von Aesop, Passagen aus dem indischen Pancatantram, Auszüge aus dem altpersischen Erzählzyklus Von der List und Tücke der Frauen, sowie Anleihen bei Homer.

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Während Antoine Galland an seiner Kompilation Tausend und eine Nacht arbeitete, saß ein gewisser Pétis de La Croix ebenfalls an der Übersetzung orientalischen Erzählgutes. Diese Sammlung wurde 1707 im selben Verlag veröffentlicht, der auch Tausend und eine Nacht publizierte. Vereinzelt finden sich inhaltliche Überschneidungen – so hat der Verlag drei Erzählungen aus de Le Croix‘ Sammlung in einem der späteren Bände von Gallands Werk mit aufgenommen. Um einer Verwechslulng vorzubeugen, entschied sich der Verlag, das Werk von de La Croix unter dem Titel Tausend und ein Tag zu publizieren.

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