Lesemanie

Gedankennahrung für Büchernarren

Absurde Ereignisse, blasse Charaktere

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John Irving – The Fourth Hand (Die vierte Hand)

Patrick Wallingford ist ein attraktiver Fernsehreporter, der weder große Ambitionen noch einen besonders großen Intellekt zu bieten hat und der keiner sich ihm anbietenden Frau einen Korb geben kann. Seine Ehe nähert sich daher dem Ende, als er für seinen Sender nach Indien aufbricht. Dort wird Wallingford plötzlich selbst zum Objekt seiner Berichterstattung, als ein Löwe seine linke Hand frisst.

Dr. Zajac ist ein bekannter Handchirurg und er sieht in Patrick Wallingford die Chance, seinen Ruhm noch zu mehren. Er will die erste erfolgreiche Handtransplantation an dem glücklosen Reporter vornehmen. Doch bevor er das tun kann, braucht er eine Hand. Während er noch auf eine entsprechende Spende wartet, bemüht er sich, die Beziehung zu seinem Sohn zu verbessern, der von Zajacs Ex-Frau eingetrichtert bekommt, der Vater wäre ein schrecklicher Mensch. Exzentrisch ist Zajac allemal – er isst kaum, hält Unmengen Vögel in seinem Haus und hat sich dem Kampf gegen Hundekot verschrieben.

Doris Clausen lebt mit ihrem Mann Otto in Green Bay, Wisconsin. Otto Clausen fährt einen Bierlaster und ist großer Fan der Packers. Als Doris ihm vorschlägt, seine Hand im Falle seines Ablebens dem bekannten Reporter Patrick Wallingford zu überlassen, stimmt Otto dem zu, um seiner Frau eine Freude zu machen. Da seine Hand dann aufgrund eines tragischen Unfalls früher als jemals gedacht „frei wird“, kann Dr. Zajac die ersehnte Handtransplantation vornehmen. Doch Mrs. Clausen fordert ein Besuchsrecht, um die Hand ihre verstorbenen Mannes sehen zu können.

John Irving hat eine bunt gemischte Gruppe aus Individuen geschaffen, die alle etwas schräg sind und sich mit ihren Fehlern herumschlagen. Und diese Charaktere setzt er einer Reihe völlig absurder Geschehnisse aus. Patrick Wallingford und Dr. Zajac werden durch die Erlebnisse geformt und entwickeln sich langsam weiter. Das kann man für die ganzen am Rande auftretenden Frauen – die mit Ausnahme von Mrs. Clausen alle schrecklich sind – leider nicht sagen. Jede von ihnen behält ihren Kurs bei – unbeeindruckt von den Geschehnissen um sie herum und völlig versteift in ihrer einseitigen – und leider sehr oberflächlich skizzierten – jeweiligen Masche. The Fourth Hand sprüht vor Ideen; in schneller Abfolge feuert Irving ein irres Ereignis nach dem anderen auf seine Figuren ab. Schade, dass er nicht ein bisschen von diesem Ideenreichtum in die Konzeption und / oder Weiterentwicklung der weiblichen Charaktere in diesem Buch gesteckt hat.

Was steht daneben im Regal? „Das weiße Feld“ von Lenka Hornáková-Civade. Übrigens gilt die oben geäußerte Kritik an der Einseitigkeit der weiblichen Charaktere bei Hornáková-Civades Buch für die männlichen Personen…

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