Lesemanie

Gedankennahrung für Büchernarren

Lebenszeichen

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In den letzten Monaten war es ausgesprochen ruhig hier auf diesem Blog. Das war ganz unterschiedlichen Umständen geschuldet – den letzten Promotions-Zügen, einem Job, der mich mit Haut und Haaren zu verschlingen schien, der dummen Idee, parallel noch einen zweiten Blog, der sich dem Kochen widmet, aufzubauen. Da blieb wenig Zeit zum Lesen und noch weniger Zeit zum Darüberschreiben. Vor allem aber war ganz besonders wenig Lust da und das änderte sich auch nicht, wenn der Blick auf die drohenden Rezensions-Exemplare fiel und über die Bücher glitt, die mich im letzten Jahr in diversen Buchhandlungen angelacht haben und die jetzt einsam und gelangweilt vor sich hin staubten.

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Noch zu lesende Bücher (Stand heute)…

Selbst als die Promotion endlich beendet war und ein neueur Job Luft zum Atmen ließ, fehlten Luft und Lust auf Lesen und Bloggen. Plötzlich war so wahnsinnig viel Zeit da, die zum ersten Mal seit Jahren nur mir zu gehören schien. Und da waren so wahnsinnig viele Dinge, die ich aus Zeitgründen seit Jahren vernachlässigt hatte. Plötzlich war sogar Zeit da für so banale Dinge wie Downton Abbey endlich einmal von vorne bis hinten zu sehen. Oder ohne schlechtes Gewissen und ohne Druck im Nacken einen kompletten Sonntag zu netflixen oder am Wochenende statt um 6 halt doch erst um halb 9 aufzustehen und dann erst mal in aller Ruhe zu frühstücken…

Dass da ausgerechnet das Lesen irgendwie hinten über fiel, mag unter anderem dem geschuldet sein, dass gleich mehrere Bücher, die ich in dieser Zeit aufschlug, herbe Enttäuschungen waren. Und dann starb Aharon Appelfeld. Vor knapp zwei Jahren hatte ich sein Buch Ein Mädchen nicht von dieser Welt in einer Gastrezension für Fabelhafte Bücher besprochen. Das Buch hatte mich umgehauen und vor einigen Monaten hatte ich ein Rezensionsexemplar zu seinem neuesten Buch Meine Eltern erhalten. Es staubte gemeinsam mit so vielen anderen Büchern auf dem ominösen Stapel ungelesener Bücher im Wohnzimmer vor sich hin. Nach der Nachricht von Appelfelds Tod nahm ich das Buch zur Hand und tastete mich damit wieder an den Spaß am Lesen zurück. Das Buch ist so gut, die Sprache so wunderschön und die Beobachtungen derart treffend, dass ich dieses Buch jedem ans Herz legen möchte. Mir wurde klar: Sobald ich die letzte Seite durch habe, MUSS darüber geschrieben werden. Und so folgt direkt gleich die erste Rezension in diesem Jahr, begleitet von dem Willen, diesen verzwickt großen Stapel ungelesener Bücher in Grund und Boden zu lesen. Ob eines von ihnen mit dem von Appelfeld mithalten kann, sei vorerst dahingestellt. Aber so wichtig ist das nicht, denn irgendwie ist es ja doch so: Ein Buch ist ein Buch ist ein Buch und Lesen ist und beibt großartig.

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