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Familientreffen

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Brenda Janowitz – The Dinner Party (Nicht auf Deutsch verfügbar)

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Das Buch kann hier bestellt werden.

Sylvia und Alan Gold haben drei Kinder: Sarah, Gideon und Becca. Eigentlich können sie mit allen dreien zufrieden sein, doch Sylvia ist es nicht. Sarah lebt seit Jahren „still not married“ mit ihrer Jugendliebe Joe zusammen – einem Katholiken aus einer italienischstämmigen Familie, der die Autowerkstatt des Vaters übernommen und keine Uniausbildung genossen hat. Das ist in Sylvias Augen nicht gut genug für Sarah, die eine leitende Position bei einer wichtigen Mode-Zeitschrift innehat.

Gideon hingegen ist der Goldjunge – wie sein Vater Arzt und derzeit mit Ärzte ohne Grenzen in Sri Lanka. Sylvia ist er zu weit weg und außerdem hat er ihre Hoffnung auf eine umwerfende Schwiegertochter noch nicht erfüllt.

Das jüngste Kind, Becca, eifert Vater und Bruder nach. Aus Schul- und Unitagen erfolgsverwöhnt, absolviert sie auch die letzten Schritte ihres Medizinstudiums mit Bravour. Doch auf einmal fühlt sie sich erschöpft; sie hat den Eindruck, Zeit ihres Lebens von Ziel zu Ziel gehechtet zu sein. Bei dem Versuch, sich von dieser Erkenntnis abzulenken, geht sie am hellichten Tag in eine Bar. Dort trifft sie Henry, einen jungen Mann in ihrem Alter, der nicht arbeitet, nicht studiert und generell noch unsicher ist, was er mit seinem Leben anfangen soll. Die Entscheidung hat jedoch keine Eile, denn Henry ist ein Rothschild.

Becca kündigt an, ihren neuen Freund Henry und seine Eltern zum Seder mitbringen zu wollen (der Sederabend ist der Auftakt des Pessachfestes an dem dem Auszug aus Ägypten gedach wird). Sylvia ist entzückt. Die Rothschilds – was für eine wahnsinnig gute Partie! Alles soll perfekt laufen an diesem Abend; sie, die talentierte Hobby-Köchin, engagiert einen professionellen Koch, Teile des Hauses werden im Vorfeld renoviert, alle Familienmitglieder instruiert, wie der beste Eindruck auf diese Familie zu machen ist. Schweren Herzens lädt sie auch Joes Mutter ein. Doch dann läuft beim Seder selbst nichts nach Plan – wie sollte es auch anders sein, wenn nicht nur eine, sondern direkt drei Familien zusammenkommen…

Brenda Janowitz führt ihre Leser schrittweise in die Gold-Familie ein, indem sie ihnen abwechselnd mal Sylvia, mal Sarah und Becca näherbringt. So lernt man die Familie kennen, ihre ganz eigenen Geschichten und Legenden, ihre Geheimnisse und Ängste. Den Rothschilds und Joe und seiner Mutter verlieht Janowitz zeitgleich gerade genug Detail und Charakter, dass sie neben den Golds nicht verblassen, ihnen aber auch nicht die Show stehlen. Dass sie beim Erzählen den Fokus zwischen den drei Gold-Frauen schweifen lässt, macht selbst Sylvia, eine großteils unausstehliche Person, für den Leser erträglich. Mit jeder gelesenen Seite offenbart sich ein neuer Aspekt der Familie und man verlässt die Golds als alte Bekannte.

Kurzfazit: Gut konstruierte Geschichte mit vielschichtigen Charakteren.

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