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[Hörbuch] Tad Williams – Das Spiel (Shadowmarch 2)

Dies ist eine Rezension zum zweiten Teil von Tad Williams‘ Shadowmarch. Die Rezension zum ersten Teil kannst du hier einsehen.

9783844519464_CoverDie Elben haben die Schattengrenze tatsächlich überquert und schreiten auf die Südmarkfeste zu. Barrick irrt mit Hauptmann Ferras Vansen im Schattenreich umher auf der Suche nach Antworten. Dabei merkt der Königssohn, wie sehr er den Elben verbunden ist – selbst ihre merkwürdige Sprache, die ohne Laute auskommt, fällt ihm leicht. Vansen, der geschworen hat, den Prinzen unversehrt zurückzubringen, ist mit der Situation heillos überfordert. Schade nur, dass die neuen Eindrücke und Erlebnisse Barricks Charakter nicht weiterentwickeln.  Er bleibt weiterhin hoch emotional und depressiv, was dem kompletten Erzählstrang leider viel Spannung nimmt.

Zum Ende des ersten Teils hatte ich gehofft, dass die sich überschlagenden Ereignisse die Zwillinge reifen lassen würden und dass sich dies positiv auf die gesamte Geschichte auswirken könnte. Während Barrick in dieser Hinsicht auf ganzer Linie enttäuscht, wandelt sich Briony während ihrer Flucht mit Shaso tatsächlich ansatzweise. Doch schnell schafft Tad Williams Ersatz für die naive, kindliche Königstochter. Als gäbe es nicht schon genug Erzählstränge, baut er die Geschichte um den gefangenen König Olin weiter aus und lässt ihn eine Freundschaft mit der Tochter eines hochrangigen Beraters in Hierosol beginnen. Das Mädchen erinnert ihn an Briony und tatsächlich erinnern ihre Naivität und Weltfremdheit stark an die Briony aus dem ersten Band.

Auf allen möglichen weiteren Ebenen gehen die Menschen vereinzelt den verschiedensten Geheimnissen auf den Grund und ich muss die Kritik, die ich schon am ersten Teil geübt habe, wiederholen: Es passiert einfach zu viel um die Spannung konstant aufrecht zu halten. Und auch weiterhin bleiben die meisten Figuren zu blass, als dass man sich wirklich dafür interessiert, was ihnen widerfährt.

Der Sprecher David Nathan, der schon im ersten Teil fulminant war und einige Schwächen des Buches so wettmachen konnte, leistet auch hier wieder tolle Arbeit, doch da die Schwächen Überhand nehmen, kann selbst er die mehr als 31 Stunden nicht wirklich spannend und unterhaltsam gestalten. Nach den ersten paar Stunden quält man sich als Hörer durch den Rest. Schade.

Kurzfazit: Nach den ersten paar Stunden quälend langsam.

Ich danke dem Hörverlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

 

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