Lesemanie

Gedankennahrung für Büchernarren

Durch den Herbst mit Hercule Poirot

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In diesem Herbst habe ich einen besonderen literarischen Hausgast: Hercule Poirot. Den belgischen Privatdetektiv mit dem großen Schnurrbart und Eierkopf, der gutes Essen liebt und sich in England zur Ruhe gesetzt hat, habe ich diesen Sommer nach langer Zeit wiederentdeckt (s. hier). unnamed

Agatha Christie mag nicht zu hoher Literatur zählen – dafür ist die Charakterentwicklung nicht durchdacht genug und es wiederholen sich einige Begriffe (insbesondere Adjektive) zu häufig auf der selben Seite. Das tut dem Spaß beim Lesen ihrer Bücher jedoch keinen Abbruch, und das liegt – glaube ich – vor allem daran, dass sie ihre Verbrechen so clever plant und dann die Spuren verwischt. Beinahe jeder kann der Täter sein und oft ist es eine der Personen, die am unwahrscheinlichsten erscheinen, aber wenn Poirot im Rahmen seiner Enthüllung erläutert, was ihn auf die Spur gebracht hat, macht es trotzdem Sinn.

Außerdem baut sie Spannung und Neugierde auf wie nur wenige andere. Ich habe noch keinen Poirot-Band gelesen, bei ich mich nicht nach dem ersten Drittel danach gesehnt hätte, weiterzulesen während ich andere Sachen erledigen musste. Dass sie diese Spannung aufbaut ohne dabei auf blutrünstige Schock-Effekte zu setzen, ist ein weiteres Plus.

Zuguterletzt genieße ich es, dass sie Poirot selbst nicht in persönliche Verwicklungen verstrickt, die es nötig machen, dass man die Bücher in der richtigen Reihenfolge lesen muss, oder dann man sich immer mehr auf das Privatleben des Detektivs konzentriert. Jedes Buch hat seine eigenen Hauptpersonen, deren Geschichte abgeschlossen wird bevor im nächsten Band wieder neue Hauptpersonen auftauchen, auf die man sich als Leser konzentrieren kann. Das mag in unserer heutigen seriendominierten Zeit ungewöhnlich sein, aber es ist eine hochangenehme Abwechslung, glaubt mir.

Deshalb habe ich also beschlossen, diesen Herbst auf Mörderjagd mit Hercule Poirot zu gehen und mir aus der langen Liste an Poirot-Bändern einen bunten Strauß zusammengestellt. In den kommenden Wochen stelle ich euch die Bücher hier auf dem Blog vor. Den Anfang macht The Murder of Roger Ackroyd – auf Deutsch unter dem Titel Alibi erschienen.

 

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