Lesemanie

Gedankennahrung für Büchernarren

Drei gute Lese-Gründe

Ein Kommentar

#Warumichlese

Warum lese ich eigentlich?
Diese Frage trage ich nun schon seit einigen Wochen mit mir herum, seitdem Sandro Abbate sie auf seinem Blog Novelero in den Raum geworfen hat.

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Und ich muss sagen: es gibt viele Gründe, die mich täglich zu einem Buch greifen lassen. Dabei kommt es immer darauf an, was mir an diesem Tag schon passiert ist, wie es mir geht, wo ich bin, was ich noch machen muss, möchte oder werde…

So gibt es Tage, an denen mich die Reise- und Entdeckungslust packt und an denen ich mich in ein Buch vertiefe, um neue Menschen und Welten kennenzulernen. Aber auch, um mich mit mir fremden Ideen auseinanderzusetzen, um anderen Gedankengängen und Argumentationslinien zu folgen, die sich von den meinen oft unterscheiden. Wenn ich an diesen Tagen lese, gleicht das einer langen, teils ermüdenden, doch immer spannenden Wanderung, auf der man viele neue Eindrücke sammelt und sich selbst noch einmal kennenlernt. Wie sagte schon Emily Dickinson? „There is no Frigate like a Book // To take us Lands away…”

An anderen Tagen geht es mir nicht darum, andere Welten zu entdecken, sondern diese Welt hinter mir zu lassen. So wie man sich manchmal in ein Loch verkriechen möchte um die Welt ein wenig weiterziehen zu lassen bevor man wieder emporkommt. Im Gegensatz zu meinen Entdecker-Lese-Tagen, lese ich an diesen Versteck-Lese-Tagen zunächst schnell und hektisch in dem Bemühen, mich möglichst zügig vertiefen zu können. Wenn dann Stress oder Traurigkeit oder Ärger oder welche Emotion auch immer mich zur Flucht ins Buch getrieben hat, seitenweise von mir abfällt, verlangsamt sich mein Lesefluss. So wie sich die Atemzüge eines Schlafenden verlangsamen und einem regelmäßigen Rhythmus anpassen. Manchmal klappe ich das Buch dann irgendwann zu, mache einen Tee und lese mit Entdecker-Motivation weiter.

Oft lese ich, um Wartezeiten zu überbrücken – an Bahnhöfen, Bushaltestellen und Flughäfen. Im Zug, im Bus und im Flieger dann auch. Dabei habe ich herausgefunden, dass sich manche dieser Orte eng mit den Geschichten verknüpfen, mit denen ich dort Wartezeiten überbrückt habe. So verbrachte ich vor vielen Jahren einmal 16 Stunden am New Yorker Flughafen JFK. Gesellschaft leistete mir dabei Gabriel García Márquez. Im Buchladen des Flughafens hatte ich mir One Hundred Years of Solitude (Hundert Jahre Einsamkeit) gekauft und die Familie Buendía ließ die 16 Stunden schneller verstreichen. Immer mal wieder ertappe ich mich seitdem an Flughäfen dabei, dass ich an dieses Buch und seine Geschichten denken muss.

Es gibt noch einige andere Gründe, aus denen ich Bücher aufschlage und lese und die Vielzahl an Lese-Motivationen spiegelt sich auch in meinen Bücherregalen wider. So reihen sich dort die unterschiedlichsten Genres aneinander: Sachbücher, Biographien und Hörbücher, Klassiker, historische Romane und Krimis. Walter Kempowski steht neben Stephen King, Siegfried Lenz nahe George R.R. Martin, Tolkien neben Tolstoy und Feuchtwanger und Fitzgerald ganz in der Nähe von Rebecca Gablé. Und ich kann euch sagen: es mag ungezählt viele gute Gründe geben zu lesen. Und für jeden dieser Gründe finden sich die passenden Bücher.

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  1. Pingback: Warum ich lese – novelero

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