Lesemanie

Gedankennahrung für Büchernarren

Von einem glücklichen Prinzen und einer verliebten Schwalbe

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Dass Oscar Wilde nicht nur gesellschafskritische, vor Satire strotzende, Theaterstücke und Geschichten geschrieben hat, war mir bis heute gar nicht klar. Und dann stolperte ich über eine Version seines Märchens „The happy prince“ („Der glückliche Prinz“), gelesen von Stephen Fry. Diese Geschichte, die ganz wunderbar in die Vorweihnachtszeit passt, dreht sich um zwei Protagonisten: eine Schwalbe und die Statue des glücklichen Prinzen.

Die Schwalbe, die sich im Sommer in ein Schilfrohr verliebt habt, verbleibt im nördlichen Europa, während sich die anderen Schwalben vor Wintereinbruch auf den Weg in den Süden machen. Wochenlang wirbt die Schwalbe um das Schilfrohr indem sie es kreisend umfliegt und die Füße ins Wasser taucht. Jedes Mal, wenn sich das Schilfrohr biegt, freut sich die Schwalbe, doch als das Wetter schlechter wird und die Schwalbe den Eindruck hat, dass das Schilfrohr dem Wind Avancen macht, beschließt sie, sich auch auf den Weg nach Süden zu machen.

In der ersten Nacht legt sie sich zu Füßen einer vergoldeten Statue, die mit kostbaren Edelsteienen geschmückt ist, schlafen. Diese Statue ist die des glücklichen Prinzen, der nachts bittere Tränen über das Elend in seiner Stadt weint. Die Tränen des Prinzen wecken die Schwalbe und sie kommt seinem Wunsch nach, einen der Edelsteine in die Wohnung einer armen Kunststickerin zu bringen, damit sie mit dem Erlös, Medizin für ihr krankes Kind kaufen kann. Zwischen der Schwalbe und dem glücklichen Prinzen entwickelt sich eine Freundschaft und die Schwalbe beschließt, trotz des bevorstehenden Wintereinbruchs, bei dem Prinzen zu bleiben.

Einigen mag Stephen Frys Stimme dank seiner Harry-Potter-Hörbuchversion bereits bekannt sein, und Fry bringt auch hier sein einzigartiges Talent mit ein, eine Vielzahl an Tonlagen und Stimmen anzudeuten und dennoch auf eine ruhige Art vorzutragen. Entstanden sind so wunderschöne 20 Minuten, die einem nicht nur in der Vorweihnachtszeit die Tränen in die Augen treiben können…

Überzeugt euch selbst:

 

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