Lesemanie

Gedankennahrung für Büchernarren

Geburtstagskind – Felix Salten (06. September 1869 – 08. Oktober 1945)

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Theaterkritiker und Bambi-Autor

Felix Salten, Kind eines ungarisch-jüdischen Ingenieurs, zieht mit seiner Familie kurz nach seiner Geburt von Budapest nach Wien um. Hier besucht er das Gymnasium, verlässt es jedoch ohne Abschluss und verdingt sich als Versicherungsberater. 1889 veröffentlicht Salten sein erstes Gedicht in einer Literaturzeitschrift.

1894 wird Salten, ein Freund von Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler und Hermann Bahr, Kulturredakteur bei einer Wiener Zeitung. Im selben Jahr lernt er den Erzherzog Leopold Ferdinand kennen. Diese Verbindung zum kaiserlichen Hof dient als Quelle für seine Hofberichterstattung, die ihm landesweite Bekanntheit einbringt. Nebenher verfasst Salten Bücher über das Theater, arbeitet als Theaterkritiker und schreibt auch selbst Theaterstücke.

1902 heiratet Salten die Schauspielerin Ottilie Metzl, mit der er zwei Kinder bekommt.

1923 veröffentlicht Salten den Roman „Der Hund von Florenz“, eine Geschichte über einen Mann, der sich jeden zweiten Tag in einen Hund verwandelt. 1959 sollte Disney die Geschichte in einen Zeichentrickfilm verwandeln (The Shaggy Dog / Der unheimliche Zotti). Viel bekannter jedoch wird das ebenfalls von Disney verfilmte Buch „Bambi“. Der Roman ist direkt nach seinem Erscheinen 1923 ein großer Erfolg in Österreich. 1928 wird er ins Englische übersetzt und wird so in den USA bekannt. Angeblich macht Thomas Mann persönlich Walt Disney auf das Buch aufmerksam. 

1936 verbieten die Nazis „Bambi“. 1939 veröffentlicht Salten eine Fortsetzung zu dem Roman („Bambis Kinder. Eine Familie im Walde“). Im selben Jahr flieht er mit seiner Frau in die Schweiz unter der Auflage, hier keiner journalistischen Arbeit nachzugehen. In den Folgejahren ist der ehemalige Bestsellerautor daher größtenteils von Tantiemen aus den USA abhängig – allerdings hat er die Rechte an Bambi für einen bescheidenen Betrag abgetreten; von dem kommerziellen Erfolg der Bambi-Verfilmung hat er persönlich also nicht viel. Der Film feiert am 08. August 1942 in Großbritannien, und am 13. August in den USA Premiere. Diese Disney-Version weicht teils deutlich von der Romanvorlage ab, denn Saltens Buch ist eigentlich viel mehr als „nur“ ein Kinderbuch – einige sehen in dem Roman ein Loblied auf die Natur, andere Interpretationen sind noch etwas weiter gegangen und bezeichnen den Roman als politische Allegorie der Situation der europäischen Juden. Die Filmversion dagegen ist stark vereinfacht und sentimentalisiert.

Am 08. Oktober 1945 stirbt Felix Salten in Zürich. Er ist dort auf dem Israelitischen Friedhof begraben.[1]

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