Lesemanie

Gedankennahrung für Büchernarren

Geburtstagskind – Ingeborg Bachmann (25.Juni.1926-17.Oktober.1973)

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Schöner als der beachtliche Mond und sein geadeltes Licht,
Schöner als die Sterne, die berühmten Orden der Nacht,
Viel schöner als der feurige Auftritt eines Kometen
Und zu weit Schönerem berufen als jedes andre Gestirn,
Weil dein und mein Leben jeden Tag an ihr hängt, ist die Sonne.[1]
Geboren in Klagenfurt, im österreichischen Kärnten, wächst Ingeborg Bachmann in dörflicher Umgebung auf. Durch den Vater, der Italienischlehrer ist, lernt sie bereits als junges Mädchen italienisch, und dieser Sprache und ihrem Land wird sie ein Leben lang verbunden bleiben. Die idyllische Kindheit findet durch den Einmarsch der Wehrmacht 1938 ein jähes Ende. Nach Kriegsende geht Ingeborg Bachmann 1946 zum Studium nach Wien und studiert Philosophie mit Germanistik und Psychologie im Nebenfach.


Während ihres Studiums veröffentlicht sie erste Erzählungen – Auftakt bildet „Die Fähre“, die 1946 veröffentlicht wird. Zwischen 1948 und 1949 erscheinen auch erste Gedichte von Bachmann. Besonders wertvoll in ihrer schriftstellerischen Entwicklung ist dabei die Bekanntschaft mit Paul Celan, die sich ebenfalls in diesen Jahren bildet.

Nach ihrer Promotion 1950 arbeitet Bachmann im Sekretariat der amerikanischen Besatzungsbehörde. Nebenbei werden weitere ihrer Arbeiten veröffentlicht – unter anderem ihr Hörspiel „Ein Geschäft mit Träumen“. Im Alter von 26 Jahren erregt Bachmann als Teilnehmerin an einer Tagung der Gruppe 47 mit einer Lesung eigener Gedichte Aufsehen. Als sie für ihre Arbeit ausgezeichnet wird, beschließt sie, ein Leben als freie Schriftstellerin zu wagen und zieht nach Italien.

Zwischen 1953 und 1957 wohnt Bachmann abwechselnd auf Ischia, in Rom und Neapel. Im Laufe dieser vier Jahre etabliert sie sich als bedeutende deutschsprachige Lyrikerin. Trotz wachsender Anerkennung zwingen finanzielle Erwägungen Bachmann dazu, 1957 nach München überzusiedeln um dort eine Stelle als Dramaturgin beim Bayrischen Fernsehen anzunehmen. 1958 dann wird sie erste Dozentin der neugegründeten Gastdozentur für Poetik an der Universität Frankfurt / Main. Zwischen 1959 und 1960 hält sie fünf Vorlesungen zum Thema „Fragen der zeitgenössischen Dichtung“, die als Schlüsseltexte der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur gelten.

Ihr erster Erzählband „Das dreißigste Jahr“, der 1961 erscheint, erhält den Literaturpreis des Verbandes der Deutschen Kritiker. Ihr Kontakt zu Italien bricht auch in diesen Jahren nicht ab, und sie übersetzt eine Vielzahl italienischer Gedichte. Nach zwei Jahren in Berlin kehrt Bachmann 1966 wieder nach Italien zurück und lebt in Rom. 1968 erhält Bachmann die erste Auszeichnung in ihrem Heimatland Österreich: ihr wird der Große Österreichische Staatspreis für Literatur verliehen.

In der Nacht vom 25. Auf den 26. September 1973 zieht Bachmann sich bei einem Wohnungsbrand schwere Verletzungen zu. Am 17. Oktober verstirbt sie an den Folgen.[2]


[1] Aus: Bachmann, Ingeborg. „An die Sonne.“ Gefunden hier: http://www.deutschelyrik.de/index.php/an-die-sonne-1956.html
[2] Quelle der biographischen Angaben: http://www.ingeborg-bachmann.cc/startseite.html
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