Lesemanie

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3a07c-nakanoHiromi Kawakami – Herr Nakano und die Frauen

Herr Nakano betreibt einen Trödelladen. Auf die Tatsache, dass er mit Trödel anstatt teurer Antiquitäten handelt, scheint er ein bisschen stolz zu sein – zumindest zu Beginn der Geschichte. In der zeitlos anmutenden Stille des Ladens treffen ganz unterschiedliche Menschen aufeinander. Darunter befindet sich auch Hitomi, die Erzählerin der Geschichte. Die junge Frau ist Mitte 20 und ganz alleine in der großen Stadt. Seit einiger Zeit arbeitet sie an der Kasse in Herr Nakanos Laden. Ein wenig ziel- und planlos verharrt sie an diesem Punkt in ihrem Leben, auch wenn sie nicht ganz glücklich damit ist.  Außer ihr hat sich der alte Herr noch eine Aushilfe für den Laden besorgt – den jungen Takeo, der zunächst hauptsächlich als Laufbursche fungiert, doch mit der Zeit für den Chef auch selbstständig Ankäufe tätigt. Takeo spricht beinahe nie und wenn doch, dann in wenigen Worten und nuschelnd. Eigentlich findet Hitomi ihn gar nicht so interessant. Eigentlich…

Herr Nakanos Schwester Masayo arbeitet als freischaffende Künstlerin. Wann immer ihr die Inspiration fehlt und sie Ablenkung benötigt, hilft sie im Laden aus und traktiert Hitomi mit neugierigen, sehr persönlichen, Fragen. Den Antworten misst sie dann selten viel Bedeutung bei und überhaupt ist sie viel mehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt. Meistens jedenfalls.

Herr Nakano selbst ist ein wunderlicher doch herzensguter älterer Herr. Hitomi und den jungen Takeo hat er beinahe großväterlich unter seine Fittiche genommen. Seine große Schwäche sind junge, schöne Frauen, und eine solche wird es auch sein, die einige Änderungen in seinem Leben anstößt, und damit auch zwangsläufig auf Hitomi und Takeo Einfluss nimmt.

Ganz unaufdringlich hat Kawakami das Buch mit den verschiedensten Gedanken gefüllt, die alle irgendwie mit dem Leben im Allgemeinen und der Liebe im Besonderen zu tun haben. Denn nicht nur Hitomi ist stellenweise mit ihrem Leben (und der Liebe) ein wenig überfordert; eigentlich trifft das auf jede der Figuren zu und Masayo bringt es auf den Punkt als sie Hitomi seufzend fragt, „sag, findest du das Leben auch so schwierig?“ Selbst dem alten Herrn Nakano fehlen die Antworten auf manche Fragen, aber schlussendlich ist doch alles gar nicht so schlimm.

Herr Nakano und die Frauen ist eine wunderschöne, zarte Geschichte, die leise dahinplätschert und dennoch einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

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