Lesemanie

Gedankennahrung für Büchernarren

Geburtstagskind: Alexander Pope (21. Mai 1688 – 25. Mai 1744)

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‚Tis hard to say, if greater want of skill
Appear in writing or in judging ill;
But, of the two, less dang’rous is th‘ offence
To tire our patience, than mislead our sense.[1]
Autodidakt mit scharfer Zunge

Alexander Pope, geboren am 21.Mai 1688, sieht sich schon in jüngsten Jahren mit einigen Widerständen im Leben konfrontiert, bei denen andere vielleicht das Handtuch geworfen hätten. Popes Vater, ein Kurzwarenhändler, ist kurz vor Geburt seines Sohnes zum Katholizismus übergetreten und Anfeindungen aufgrund dieser Entscheidung begleiten die Familie in den kommenden Jahren häufig. Aufgrund seiner Religion ist es dem jungen Alexander nicht erlaubt, eine Schule zu besuchen, und so bringt er sich das Meiste selbst bei; darunter auch diverse Fremdsprachen wie Französisch, Italienisch, Latein und Altgriechisch.

Mit zwölf Jahren zeigt Pope die ersten Anzeichen von Deformationen der Knochen. Um 1700 herum erklären sich seine Zeitgenossen das damit, dass der Junge seine Nase schlicht in zu viele Bücher steckt. Tatsächlich geht man heute davon aus, dass es sich hier um die Pottsche Krankheit gehandelt haben muss, eine Form der Tuberkulose, die die Wirbelsäule angreift. Zeit seines Lebens wurde Pope so nicht größer als etwa 1,40m. Dazu war er bucklig, litt unter Asthma und äußerst aggressiven Kopfschmerzen. Seine literarischen Gegner bezeichneten ihn in späteren Jahren als „a hump-backed toad“, also eine bucklige Kröte.

1710 wird Popes erstes Werk veröffentlicht, die Pastorals. Pope selbst wird behaupten, die Gedichte bereits im Alter von 16 Jahren verfasst zu haben. Unabhängig davon ob dem tatsächlich so war, bringt ihm diese Veröffentlichung beinahe über Nacht Anerkennung in literarischen Kreisen ein. Ein Jahr später veröffentlicht Pope anonym seinen Essay on Criticism, und ein weiteres Jahr später bringt er sein berühmtestes Werk heraus, das ihn schlagartig zur Berühmtheit werden lässt: The Rape of the Lock, eine Satire über zwei katholische Familien die sich über eine gestohlene Haarlocke streiten.

1713 beginnt Pope damit, die Illias von Homer ins Englische zu übersetzen. Sechs Jahre lang veröffentlicht er jährlich einen Band. Die Nachfrage ist so enorm, dass er davon einen komfortablen Lebensstil bestreiten kann.

Einer Überarbeitung und Korrektur von Shakespeares Werken (in der Pope „Fehler“ im Versmaß des Meisters korrigiert) schlägt eine herbe Welle der Kritik entgegen. Pope reagiert darauf mit der Veröffentlichung der Dunciad, voll beißender Anspielungen auf die Dummheit von Gelehrten und Kritikern seiner Zeit. Auch wenn das Werk anonym veröffentlicht wird, gibt es wenig Zweifel daran, dass Pope Autor des Werkes ist. Die Gegenreaktionen hierauf fallen so feindselig aus, dass Pope nach eigener Aussage das Haus nur noch mit einem Paar geladener Pistolen in der Tasche verlässt

1738 lässt Popes Gesundheit vollends nach und von seiner Arbeit aus dieser Zeit haben nur Fragmente überlebt. Am 25. Mai 1744 stirbt Pope im Freundeskreis auf seinem Anwesen in Twickenham.[2]


[1] (An essay on Criticism, Part I) gefunden hier: http://www.poetryfoundation.org/poem/174162; grob übersetzt bedeutet der Spruch: „Es ist schwer zu sagen wo Unfähigkeit die gröberen Folgen hat: im schlechten Schreiben oder im schlechten Urteilsvermögen. Weniger schlimm ist das Vergehen, das zwar unsere Geduld auf die Probe spannt, nicht aber unsere Sinne vernebelt.
[2]Biographische Angeben sind folgender Quelle entnommen: http://www.poets.org/poetsorg/poet/alexander-pope
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