Lesemanie

Gedankennahrung für Büchernarren

Rundum schön

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Alex Capus: Léon und Louise
Der junge Léon Le Gall langweilt sich in der Schule. Viel lieber verbringt er die Tage auf einem alten Segelboot mit seinen beiden besten Freunden. Als der Vater, selbst Lehrer an der Dorfschule die Léon besucht, von der regelmäßigen Abwesenheit seines Sohnes erfährt, kommt es zum Streit. Léon setzt sich durch – er verlässt die Schule und macht sich auf den Weg nach Saint-Luc-sur-Marne um dort die nationale Kriegswirtschaft zu unterstützen. Als er im Frühjahr 1918 dort eintrifft assistiert er dem Bahnhofsvorsteher und genießt seine Freiheit fernab vom Elternhaus.

Und dann kommt Louise. Aufgefallen ist sie Léon bereits an seinem ersten Tag im Dorf, doch erst nach einigen Wochen kommen die beiden ins Gespräch und bald spazieren sie täglich zusammen durch die Gegend. Über Pfingsten nimmt Léon seine Louise mit ans Meer. Als sie mit den Fahrrädern auf dem Rückweg sind, kommen sie mit dem Krieg direkt in Berührung, der sie bis dahin kaum persönlich betroffen hat. Mitten im Mündungsfeuer deutscher Artillerie verlieren sie sich aus den Augen; Léon sieht nur wie Louise hinter einem Hügel verschwindet und sich kurz darauf ebendort eine schwere Explosion ereignet. Dann verliert er schwerverletzt das Bewusstsein.

Zehn Jahre später wohnt Léon mit seiner Frau Yvonne in Paris. Er arbeitet im toxikologischen Institut der Polizei und ist ganz zufrieden mit seinem Leben. Bis er auf einmal im Feierabendverkehr Louise erblickt.

Léon und Louise ist eine zarttraurige Liebesgeschichte. Dabei geht es nicht nur um die Liebe zwischen Léon und seiner Louise, sondern auch ganz besonders um die Liebe zwischen Léon und seiner Frau Yvonne, mit der er fünf Kinder in die Welt setzt und das Leben im besetzten Paris des zweiten Weltkrieges meistert. Capus hat zwei ganz unterschiedliche Frauen in diesem Buch zum Leben erweckt, die beide ihre Schwächen haben, und zu unterschiedlichen Momenten durch ihre Stärke bestechen.

Sprachlich überzeugt das Buch mit klaren Sätzen und abwechslungsreichen Dialogen, und wie schon in Eine Frage der Zeit baut Capus gekonnt eine historische Kulisse auf, die meistens als interessanter Hintergund fungiert, jedoch auch immer mal wieder in den Vordergrund rückt um die Handlung in andere Bahnen zu lenken. Das Ende mag ein bisschen abrupt anmuten, allerdings kommt so auch keine Langeweile auf.

Rundum schön: schöne Sprache, schöne Geschichte, schönes Leseerlebnis.

Wem das gefällt, der mag auch: Die Familie Hardelot 

 

    
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3 Kommentare zu “Rundum schön

  1. Hallo liebe Fenna,

    ich habe dieses Buch vor kurzem auch erst gelesen und rezensiert und ich hoffe, es ist für dich okay, dass ich deine Rezension in meiner unter der Überschrift “Weitere Rezensionen zu vorgestelltem Buch” verlinkt habe? Falls nicht, melde dich einfach kurz bei mir und ich lösche dich auf der Stelle raus, ja? 😉 Hier der Link:
    http://janine2610.blogspot.co.at/2015/12/rezension-leon-und-louise-alex-capus.html

    Alles Liebe ♥,
    Janine

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  2. Liebe Janine,
    vielen Dank für das Verlinken. Sehr gerne kannst du den Link dort stehen lassen. Mir hat deine Rezension zu dem Buch übrigens sehr gut gefallen 🙂

    Ganz lieben Gruß
    Fenna

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