Lesemanie

Gedankennahrung für Büchernarren

Von Büchern und Orten

Hinterlasse einen Kommentar

Martin Mosebach: Als das Reisen noch geholfen hat – von Büchern und Orten

In dieser Essay-Sammlung durchstreift Mosebach gemeinsam mit dem Leser die Welt. So treibt es ihn von Frankfurt über Kairo und Sarajevo, Neapel und Fes bis Vierzehnheiligen und zur entmilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea.

Inspiriert von der jeweiligen Lokalität hängt Mosebach seinen Gedanken nach und bezieht sich dabei auf verschiedene Schriftsteller und ihre Werke – unter ihnen G.K. Chesterton, Thomas Mann, Emile Zola, Walter Kempowski und viele mehr.

Es ist nicht nötig, mit Mosebachs Meinung in allen Punkten übereinzustimmen um dem Buch etwas abzugewinnen. Die Themen, die er anschneidet und diskutiert, sind mindestens so vielfältig wie die Orte an denen er sich aufhält, und ganz nebenbei vermag er es, im Leser eine unbändige Reiselust zu entfachen und ihn mit viel Gedankennahrung zu versorgen:

  • „Wie konnte die europäische Menschheit eine ihrer hervorstechendsten Begabungen verlieren: das Städte- und Häuserbauen?“
  • „Bildung ist nicht das konkrete Wissen, sie offenbart sich in einer bestimmten Haltung zum Wissen.“
  • „Um als Minderheit anerkannt zu werden, muß man an manchen Orten die Mehrheit haben.“
  •  „Es ist, als werde im Roman frisches Blut durch das trockenste Ideengeflecht gepumpt –es dehnt sich, es wird biegsam, es pulsiert.“

Die einzelnen Essays variieren nicht nur im Inhalt, sondern auch in der Qualität. Manche sind Zeile für Zeile packend, während andere durchaus kürzer hätten ausfallen können, oder eine bestimmte Idee noch einen Schritt weiter getragen werde könnte. Wie dem auch sei, insgesamt ist diese Essaysammlung Mosebachs ein Genuss, der Reise- und Lesegelüste weckt, und der gerne in kleinen Bissen genossen werden kann.

Wer hiernach direkt noch ein Buch in Angriff nehmen möchte, das viele Orte, viele Bücher, und noch mehr Gedanken über Gott und die Welt vereint, dem sei Navid Kermanis Dein Name ans Herz gelegt. Da es sich hierbei um einen Roman handelt, sollte er jedoch in einem (langsamen) Rutsch gelesen werden.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s