Lesemanie

Gedankennahrung für Büchernarren

Ein perfektes Verbrechen?

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Gillian Flynn: Gone Girl (Gone Girl – Das perfekte Opfer)

„Can you imagine, finally showing your true self to your spouse, your soul mate, and having him not like you? So that’s how the hating first began. I’ve thought about this a lot, and that’s where it started, I think.“


Nick und Amy sind seit fünf Jahren verheiratet, und wenn man Amys Tagebuch Glauben schenkt, waren sie einmal das perfekte Paar. Sie schienen sich gut zu ergänzen, sie hatten kreative Jobs in Manhattan und wohnten in einem Haus mitten in New York, das Amys Eltern ihnen zur Hochzeit geschenkt hatten. 

Nach Ausbruch der Wirtschaftskrise verlieren beide ihren Job, und zusätzlich erfährt Nick, dass seine krebskranke Mutter im Sterben liegt. Kurzerhand beschließt er, seiner Schwester Go in dieser Zeit zur Seite zu stehen, und so ziehen sie zurück in einen kleinen Ort in Missouri und wagen einen Neuanfang. Die Ehe der beiden leidet, und an ihrem fünften Hochzeitstag ist Amy spurlos verschwunden. 

Nick kommt sofort als Hauptverdächtiger in Frage, ganz besonders weil er sich merkwürdig verhält – er hat kein Alibi, verstrickt sich in Widersprüchen und trägt ein Geheimnis mit sich herum. Von Amy selbst wird keine Leiche gefunden, doch die Indizien, die Nick belasten, häufen sich. Nick weist trotzdem vehement alle Schuld von sich. 

Die Erzählperspektive wechselt zwischen Nick und Amys Tagebuch hin und her. Flynn beschreibt dabei den Hass zweier enttäuschter Eheleute ohne ins Klischee abzudriften; sie bedient sich einer bildhaften Sprache, und vermag es, beiden Erzählern eine eigene Stimme zu verleihen.

Zeitgleich bindet sie eindrucksvoll die Folgen der aktuellen amerikanischen Wirtschaftskrise mit ein. So sind Nick und Amy in eine Wohnanlage am Rande des Ortes gezogen, die eigentlich als Magnet für die wohlhabende Mittelschicht herhalten sollte. Doch von den mehreren dutzend Häusern sind nur eine knappe Handvoll bewohnt. Regelmäßig mäht Nick den Rasen in der gesamten Anlage, um zu verhindern, dass der Vorort komplett verwildert. Manchmal brechen Obdachlose in die leerstehenden Häuser ein um sich vor Wind und Wetter zu schützen. Das große Einkaufszentrum, das vorher das wirtschaftliche Herz des Ortes war, ist geschlossen – kein einziger der Läden hat hier mehr auf. Stattdessen fungiert der Ort nun als Umschlagplatz für Drogen und Waffen.

Vor dieser Kulisse macht Nick sich auf, zu beweisen, dass er seine Frau nicht ermordet hat. Aber wer könnte es dann gewesen sein? Und wo ist Amys Leiche?

Ein packendes Buch voller Wendungen, durch das man atemlos hastet um der Sache schnellstmöglich auf den Grund zu gehen.  
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