Lesemanie

Gedankennahrung für Büchernarren

Für Serienjunkies: Drei Buchreihen

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Ich bin Kettenleserin. Wenn ich morgens meine Tasche packe, bevor ich mich auf den Weg zur Bahn mache, muss ich als erstes prüfen, wie viele Seiten im aktuellen Buch noch zu lesen sind. Wenn ich das Gefühl habe, dass nicht mehr genug Seiten vor mir liegen um Hin- und Rückfahrt zu bewältigen, muss ein zweites Buch her, das aufgeschlagen werden kann, sobald der letzte Punkt im Vorgänger erreicht ist.

Manchmal führt das zu einem Dilemma, denn es muss schnell eine Entscheidung her, welches Buch sich am besten an das vorherige anschließt. In manchen Fällen ist nämlich der Übergang von einem zum anderen Buch nicht innerhalb einer halben Minute zu bewältigen. Manchmal müssen ein paar Stunden, muss ein Tag sein, um sich aus der Welt zu lösen, in die man eingetaucht ist, ehe man sich auf eine andere einlassen kann.

Eine gute Lösung für solche Momente sind Serien. Die gibt es schließlich nicht nur im Fernsehen, sondern auch in Buchform, und die sind mindestens genauso suchterzeugend wie die auf dem Bildschirm.

Da ist zum einen Marcus Didius Falco, privater Ermittler in Rom, um das Jahr 70 herum. Falco selbst fungiert auch als Erzähler in den Büchern von Lindsey Davis, und schmückt seine Geschichten mit viel Humor und beißendem Sarkasmus aus. Die Tatsache, dass er sich bereits im ersten Band in die schöne Helena Justina, Tochter eines einflussreichen Senators, verliebt, bringt ihn schnell mit Regierungsintrigen aller Art in Verbindung. Schön zu lesen, aber den teils trockenen Humor muss man erkennen können. Flashman-Fans sollten ihren Spaß damit haben. Erstes Buch der Reihe: The Silver Pigs (Titel der deutschen Fassung: Silberschweine).

Mehr als anderthalb Jahrtausende später gibt es noch einen weiteren Ermittler in Italien, allerdings in Venedig. Die Rede ist nicht von Brunetti, sondern von Commissario Tron, einem verarmten venezianischen Adeligen im ausgehenden neunzehnten Jahrhundert. Während es im familieneigenen Palazzo durch die Decke regnet, und des Commissarios beeindruckende Mutter dort schaltet und waltet, versucht Tron, allen Widrigkeiten zum Trotz, Morde in der Lagunenstadt aufzuklären. Diese Widrigkeiten kommen oft in höchstkaiserlicher Gestalt – schließlich ist Venedig zu dieser Zeit in Habsburger Besitz, und wenn Erzherzöge unter Verdacht geraten, oder Kaiserinnen sich in die Entwicklungen einmischen, treibt das Trons Stresslevel nach oben. Kriminalistisch leichte Kost, aber schön erzählt von Nicolas Remin. Wem Maggie Smith als Schwiegermutter in Downton Abbey gefällt, wird die Mutter des Commissarios ebenfalls ins Herz schließen. Erstes Buch der Reihe: Schnee in Venedig.

Weniger kriminalistisch, doch auch mit Intrigen und Morden aller Art gefüllt, geht es im 16. Jahrhundert in Frankreich zu. Hier hat Robert Merle nämlich eine Familiensaga angesetzt, die ein Jahrhundert und mehrere Generationen umspannt. Der Fokus der Bücher liegt immer auf den Männern des Hauses Siorac; Barone aus dem Périgord, die sich zu Zeiten der französischen Religionskriege zwischen Katholiken und Protestanten behaupten müssen. Auch hier wird meistens aus Sicht der jeweiligen Protagonisten erzählt, was die zum Teil erdrückende Fülle historischer Informationen angenehm auflockert. Erstes Buch der Reihe: Fortune de France.

Übrigens: Jede der angesprochenen Reihen eignet sich für laue Sommerabende und Schwimmbad-Nachmittage.

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