Lesemanie

Gedankennahrung für Büchernarren

Auf Entdeckungstour durch die Scheibenwelt

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Terry Pratchett -The Colour of Magic (Die Farben der Magie)

Die Welt ist eine Scheibe. Zumindest Terry Pratchetts Welt, und da liegt es nah, sie auch Scheibenwelt zu nennen. 39 Romane hat der britische Autor bis jetzt auf dieser Scheibe angesiedelt, die von vier Elefanten getragen wird, die wiederum auf dem Rücken der riesigen Schildkröte Groß-A’Tuin ihre Runden drehen, während die Schildkröte durch das All schwimmt.

Eigentlich können Pratchetts Scheibenweltromane in jeder beliebigen Reihenfolge gelesen werden. Pratchett hat eine Welt konzipiert, und nutzt jedes Buch um eine bestimmte Person in einem bestimmten Teil der Welt genauer unter die Lupe zu nehmen (immer wiederkehrende Leserlieblinge, denen eine mal mehr, mal weniger tragende Rolle zukommt, sind u.a. der verhinderte Zauberer Rincewind und Gevatter Tod, der mit einem wunderbaren Sinn für Humor ausgestattet ist). 

Für einen Neuling in dieser Welt empfiehlt es sich jedoch, am Anfang zu beginnen. Hier lernen wir Rincewind kennen, einen Zauberer, der eigentlich kein richtiger Zauberer ist, weil er sich nur einen einzigen Zauberspruch jemals merken konnte. Allerdings spricht er ihn nicht aus, aus Angst, dass dieser so mächtige Spruch ungeahnte Folgen nach sich ziehen könnte. Dass er kein richiger Zauberer ist, möchte Rincewind sich nicht anmerken lassen, und als er dem Touristen Twoflower begegnet (dem ersten Touristen überhaupt in diesem Teil der Scheibenwelt), lässt er sich für eine unglaubliche Summe Gold davon überzeugen, sein Tourguide zu werden. So lernt der Leser die Scheibenwelt durch die vor Begeisterung glänzenden Augen Twoflowers kennen, begegnet Drachen, die nur existieren wenn der Glaube an sie vorhanden ist, und folgt den beiden Helden bis ans Ende dieser scheibenförmigen Welt…

Pratchetts Sprache ist ein Wust an sarkastischen Kommentaren, wunderschönen Bildern, und shakespearesken und anderen Anspielungen. Seine Ideen sind inspiriert von indischer Mythologie, von Mittelerde und Narnia, aber zeitgleich erkennt man hier auch Stellen, die wohl J.K. Rowling als Inspiration gedient haben mögen. In den Scheibenwelt-Romanen begibt sich der Leser auf eine Tour de Farce, die uns allen einen zynischen Spiegel vorhält, denn allen Fantastereien Pratchetts liegt doch immer irgendwie unsere eigene Gesellschaft zugrunde. Wer laut lachend seine Vorstellungskraft auf die Probe stellen möchte, sollte sich auf die Scheibenwelt einlassen.

Lieblingssatz: “It had to be Death. No-one else went around with empty eye sockets and, of course, the scythe over the shoulder was another clue.”
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