Lesemanie

Gedankennahrung für Büchernarren

Unterhaltung in bewährter Morton-Manier

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Kate Morton – The Secret Keeper (Die verlorenen Spuren)

Die Geschichte beginnt in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts, im Hofe eines idyllischen Farmhauses an der englischen Küste. Aber eigentlich, so findet der Leser später heraus, begann alles schon viel früher und woanders: während des zweiten Weltkrieges in London.

Mitte der Sechziger versteckt sich die sechzehnjährige Laurel in ihrem Baumhaus und wird so Zeugin, wie ihre Mutter einen völlig Fremden mit dem Kuchenmesser ersticht. Vierzig Jahre später liegt Laurels Mutter im Sterben und die alte Frau hat Schwierigkeiten, das Hier und Jetzt von der Vergangenheit zu trennen. Als Laurel, inzwischen eine gefeierte Bühnen- und Filmschauspielerin, gemeinsam mit ihren vier Geschwistern in das Haus ihrer Kindheit zurückke

hrt, und ihre Mutter von Menschen redet, deren Namen Laurel nicht kennt, beschließt sie, diesem Rätsel ihrer Kindheit endlich auf den Grund zu gehen. Zugleich gibt Morton dem Leser immer wieder Einblicke in das Leben von Dorothy, Laurels Mutter, in den Vierziger Jahren. Zu dieser Zeit arbeitet sie als Hausmädchen in London. Nach und nach entspinnt sich Dorothys Geschichte und jedes Puzzlestückchen findet an seinen Platz.

Morton erfindet mit diesem Buch das Rad nicht neu, aber das muss sie auch nicht. Ihre vorigen Bücher, zum Beispiel The Distant Hours / Die fernen Stunden oder auch The Forgotten Garden / Der verborgene Garten, waren genau so strukturiert wie der Secret Keeper: angesiedelt in zwei, drei, oder mehr unterschiedlichen Dekaden machen sich hier Töchter daran, mehr über die geheimnisvolle Vergangenheit ihrer Mütter zu erfahren. Auch die obligatorische Wendung im letzten Viertel des Buches findet sich in The Secret Keeper. Doch genau wie bei Mortons früheren Büchern ist sie gut einbgearbeitet und vermag es außerdem, bis dahin unglaubwürdige Entwicklungen zu erklären und nachvollziehbar zu machen.

Wer Kate Morton bereits kennt und mag, wird auch mit diesem Buch seine Freude haben. Wer sie noch nicht kennt, sollte vielleicht mit The Forgotten Garden beginnen, das weniger Längen hat als The Secret Keeper.

Lieblingssatz: „Perhaps all children were held captive, in some part, by their parents’ past.”

Diese Rezension bezieht sich auf die englische Originalversion des Romans. Der Titel der deutschen Übersetzung ist in Klammern hinter dem Titel angegen.
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