Lesemanie

Gedankennahrung für Büchernarren


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„Sede Vacante“

Robert Harris – Conclave (Konklave)

Der Papst ist tot. Als Kardinaldekan Lomeli gegen 2 Uhr morgens in die päpstlichen Räume gerufen wird hofft er, den Heiligen Vater noch ein letztes Mal lebend zu sehen. Doch nicht nur ist der Papst bereits verstorben – Lomeli ist auch einer der letzten, der gerufen wurde. Das macht ihn stutzig – er ist Vorsitzender des Kardinalkollegiums und hat viele vertraute Stunden mit dem Papst verbracht. Unter den fast zwei Dutzend Anwesenden finden sich drei weitere Kardinäle: der Kanadier Joseph Tremblay, Aldo Bellini und Joshua Adeyemi.

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Tremblay weiß sich äußerst geschickt vor Kameras in Szene zu setzen („He looked like a retired athlete who had made the successful transition to television sports presenter“) und die Medien wittern in ihm schnell den ersten nordamerikanischen Papst. Bellini ist bis zum Tod des Papstes Kardinalstaatssekretär gewesen; er ist bewandert in allen vatikanischen Angelegenheiten, ist bei den meisten Kardinälen sehr beliebt und galt als ein Favorit des alten Papstes. Lomeli ist sich in diesen Stunden sicher, dass Bellini der neue Papst sein wird. Der Nigerianer Adeyemi, Vorsitzender des obersten Buß- und Gnadenamtes der katholischen Kirche und Beichtvater des Papstes, verliert auch hier nicht seine salbungsvolle Art und selbst unter Ausschluss der Öffentlichkeit inszeniert er sich als ein wahrer „Prince of the Church“.

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…jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

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2016 ist ein ganz schlimmes Jahr gewesen. Zumindest bekommt man den Eindruck, wenn man sich auf Twitter, Facebook und Co so umsieht. Und schon melden sich die ersten Unkenrufe, die prophezeien, dass auch 2017 kaum mit Besserem aufwarten könne. Wie denn auch, wenn Trump US-Präsident ist, der Brexit eingestielt werden muss und Alan Rickman und Prince beide tot bleiben?

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Meister seines Fachs

Stefan Zweig – Buchmendel // Die unsichtbare Sammlung (Topalian & Milani Verlag)

zweigbuch-umschlagmotiv-arnoldDer Verlag Topalian & Milani hat zwei Erzählungen von Stefan Zweig in einer liebevoll gestalteten Ausgabe neu aufgelegt.

Buchmendel

Der Erzähler flieht vor einem Regenguss in ein Café. Nach einer Weile fällt ihm auf, dass er es kennt. Vor Jahren ist er als junger Student mit einem Kommilitonen hier gewesen weil er auf der Suche nach einem schwer zu beschaffendem Buch war. Für diese Suche hat er Unterstützung bei „dem Buchmendel“ erhalten. Dabei handelte es sich um Jakob Mendel, einen „Magier und Makler der Bücher“, der jahrelang an einem chaotischen Marmortischchen in einer Ecke dieses Cafés saß und bei der Suche nach den absurdesten Büchern helfen konnte. Kein Buch, dessen antiquarische Eckdaten er nicht im Kopf hatte und besorgen konnte. Als der Erzähler sich Jahre später dessen entsinnt, sucht er Buchmendels Tisch, doch der Mann ist nicht da.

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